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IMI/1145: Zwei kritische Studien zum Future Combat Air System (FCAS)


IMI - Informationsstelle Militarisierung e.V.
IMI-Mitteilung vom 9. Januar 2024

Zwei kritische Studien zum Future Combat Air System (FCAS)

Kosten in Billionenhöhe und Richtungsentscheidung beim Einsatz militärischer KI


Kurz vor dem Ende des Jahres 2023 sind zwei Studien zum Future Combat Air System (FCAS) veröffentlicht worden, auf die wir hier noch einmal hinweisen wollen.

Greenpeace hat eine Studie "Flug ins Ungewisse" des IMI-Beirats Marius Pletsch herausgegeben, in der die Kosten abgeschätzt werden, die bei einer Realisierung des neuen Luftkampfsystems anfallen könnten. Insgesamt ergeben sich aus diesen Berechnungen Gesamtkosten von 1,1 bis 2 Billionen Euro. Im Fazit schreibt Marius Pletsch:

"Durchläuft das Projekt wie geplant Phase 2 bis etwa 2029, wird das NGWS [Next Generation Weapon System] im FCAS die Steuerzahler:innen allein in Deutschland knapp 4,9 Milliarden Euro gekostet haben. Sollte das Projekt bald scheitern, wären etwa 1,6 Milliarden Euro bis Ende 2023 ausgegeben worden. Die Abgeordneten, insbesondere die Haushälter:innen des Bundestages, haben vor dem Eintritt in die Demonstratorphase 2, die frühestens 2025 beginnen dürfte, noch mal die Gelegenheit, das zutiefst risikobehaftete Rüstungsprojekt, was die beteiligten Staaten 1,1 bis 2 Billionen Euro kosten könnte, zu stoppen. Geht man von einer Nutzungszeit von 30 Jahren aus, müssten die drei Projektstaaten insgesamt pro Jahr allein für den Unterhalt ab frühestens 2040 zwischen 24,4 und 42,1 Milliarden Euro für das NGWS im FCAS ausgeben."

Der Autor kritisiert, dass diese künftigen Milliardenausgaben bislang weder im Bundestag, noch in der Öffentlichkeit genannt und diskutiert werden.

Marius Pletsch: Flug ins Ungewisse - Die teure Odyssee des Future Combat Air Systems
Greenpeace, Dezember 2023.
Studie:
https://www.greenpeace.de/publikationen/Studie_FCAS_Kosten_Ruestung.pdf
Zusammenfassung und Einordnung:
https://www.greenpeace.de/frieden/fcas-deutschland-aufruesten


In einer Studie der Informationsstelle Militarisierung beschreibt Christoph Marischka das Luftkampfsystem FCAS als "europäischen Weg zur Militarisierung der Künstlichen Intelligenz", da diese in FCAS u.a. in Form von Schwarmsteuerung und Zielerfassung zum Einsatz kommen soll:

"Konzeptionell ist das FCAS auf das Szenario eines großen Krieges gegen einen vergleichbar ausgestatteten Gegner zugeschnitten und setzt in hohem Maße auf Autonomie und Künstliche Intelligenz. Auch angesichts der sich bereits abzeichnenden Folgen des Klimawandels muss ein solcher Krieg um jeden Preis verhindert werden. Hierzu wären internationale Bemühungen um Abrüstung und die Regulierung neuer Technologien - gerade auch mit Blick auf China - geboten. Das FCAS hingegen steht für den Einstieg in einen neuen Rüstungswettlauf und damit verbundene Bindung wichtiger materieller und immaterieller Ressourcen wie Energie, Seltene Erden und Forschungskapazitäten zu erneuerbaren Energien und zivilen Methoden der Konfliktbearbeitung."

Christoph Marischka: Luftkampfsystem FCAS - Der europäische Weg zur Militarisierung der Künstlichen Intelligenz
IMI-Studie 5/2023, Dezember 2023
https://www.imi-online.de/download/IMI-Studie2023-5-FCAS-KI.pdf

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Quelle:
IMI-Mitteilung vom 9. Januar 2024
Zwei kritische Studien zum Future Combat Air System (FCAS)
https://www.imi-online.de/2024/01/09/zwei-kritische-studien-zum-future-combat-air-system-fcas/
Herausgeber: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen
Telefon: 07071/49154, Fax: 07071/49159
E-Mail: imi@imi-online.de
Internet: www.imi-online.de

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 2. Februar 2024

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