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ORF - ORF1/1011: Woche vom 21.10. bis 27.10.2017


Radioprogramm ORF1 – 43. Woche vom 21.10. bis 27.10.2017


Samstag, 21. Oktober 2017


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Vivam – Ich werde leben" – Zum 2000. Todestag von Publius Ovidius Naso.
Der Schriftsteller Christoph W. Bauer macht sich Gedanken über den ersten Dichter in der Geschichte der Poesie. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Vivam – Ich werde leben", so enden die "Metamorphosen", Ovids Hauptwerk. Und Ovid sollte Recht behalten, noch heute scheint uns kein Dichter der Antike so nah zu sein wie er. Kein Angepasster wollte er sein, kein Karrierist. Lukrative Posten schlug er aus, als erster Dichter in der Geschichte der Poesie entschied er sich bewusst für die Dichtkunst als Beruf. Und als erster Dichter hinterließ er Autobiographisches. Nicht zuletzt lassen sich durch seine Verbannung und seinen Tod im Exil Bezüge zur Gegenwart herstellen.

Als belächelter Provinzler kam er nach Rom – und wurde mit seinen Gedichten zum Shooting Star im römischen Literaturbetrieb. Seine "Metamorphosen" zeigen Nachwirkungen in den verschiedensten Kunstrichtungen bis in die Gegenwart. Persönlich hat er für seine Unangepasstheit einen hohen Preis bezahlt: Konflikte mit der Obrigkeit führten schließlich zur Verbannung. Mit seinen Klageliedern entsteht das Genre der Exilliteratur.

Der Schriftsteller Christoph W. Bauer, geboren in Kärnten und aufgewachsen in Tirol, wurde für seine Lyrik, Prosa, Dramatik, Hörspiel, Essay, Libretti, Texte für Kinder und Jugendliche mit diversen Preisen und Auszeichnungen geehrt – zuletzt mit dem "outstanding artist award 2015" und dem Tiroler Landespreis für Kunst 2015.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel
Die Woche im RadioKulturhaus


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Die Invasion der Identitären.
Feature von Manuel Gogos
Koprod. WDR/ORF 2016

Die Identitären verstehen sich als europäische Jugendbewegung - und sie sehen sich in ihrer "Identität" von der Islamisierung bedroht. Nun interessiert sich auch der Verfassungsschutz für den "popkulturellen Arm der extremen Rechten". Ihr Konzept des Rebrandings rechter Politik scheint erfolgreich. Haben die Identitären den Zeitgeist auf ihrer Seite? Oder finden sich hinter ihren hippen Masken die gleichen Ewiggestrigen?

Sie tragen T-Shirts mit Aufschriften wie "Lampedusa Coastguard" und kämpfen gegen die multikulturelle Gesellschaft, gegen Flüchtlings-Zombies und das, was sie den "großen Austausch" nennen. Entstanden in Frankreich breiten sie sich auch zunehmend in Österreich und Deutschland aus. In ihren "Nadelstichaktionen" sprengen sie Theateraufführungen, besetzen Moscheen oder das Brandenburger Tor.

Ist ihre "Rückeroberung" Europas wirklich eine Art "Occupy von Rechts"? Welche Vision schwebt den modernen Kreuzrittern vor? Führt ihre Politik der Re-Migration nicht zwangsläufig zu Deportationen? Die selbst berufenen "Retter des Abendlandes" wollen an die Macht. Aber wäre das nicht sein Untergang?


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gast: Bernhard Günther.
Präsentation: Helmut Jasbar

Zu Gast im RadioCafe bei Helmut Jasbar ist heute der künstlerische Leiter des Festivals Wien Modern, Bernhard Günther.

Das größte Festival für Musik der Gegenwart in Österreich, 1988 von Claudio Abbado gegründet und in Kooperation mit dem Konzerthaus und der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien veranstaltet, feiert heuer seine 30. Ausgabe! Unter dem Titel "Bilder im Kopf" rückt das Festival die Kraft der Imagination ins Zentrum und wartet im Jubiläumsjahr mit rund 90 Veranstaltungen, in denen über 50 neue Werke ur- oder erstaufgeführt werden, auf und verspricht einige international bedeutende Produktionen.

Seit mehr als 20 Jahren setzt sich Bernhard Günther als Autor, Herausgeber (z.B. Lexikon zeitgenössischer Musik in Österreich) und Kurator für Veranstaltungen mit Neuer Musik auseinander, so programmierte er als Chefdramaturg der Philharmonie Luxembourg das Neue-Musik-Festival rainy days sowie seit 2012 ebenso das Festival ZeitRäume Basel, das Musik mit Architektur verbindet.

Seit 2016 zeichnet er als künstlerischer Leiter für das Programm von Wien Modern verantwortlich und wird im Gespräch mit Helmut Jasbar auf das eine oder andere Highlight des von 31. Oktober bis 1. Dezember stattfindenden Festivals aufmerksam machen. Live im und aus dem RadioCafe!


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
"Eine Liebe in Erzurum" von Barbara Frischmuth. Mit Kitty Speiser, Margot Vuga und Hilmar Thate, Musik: Peter Kaizar, Regie: Götz Fritsch (ORF/WDR 1994).

Nach 33 Jahren ohne Kontakt versucht Antonia über das Fernmeldeamt ihren ehemaligen Verlobten in der Türkei ausfindig zu machen. Im Jahr 1960, als das Militär die türkische Regierung stürzte, war sie Studentin in Erzurum, einer Stadt in Ostanatolien. Trotz zahlreicher gesellschaftlicher Hindernisse wurden er, der viel ältere Militärarzt aus Izmir, und sie ein Paar. Er war ein aufgeklärter Mann und schätzte die Intelligenz und Unangepasstheit seiner Geliebten. Doch seine Familie lehnte die Verbindung ab. Er verlobt sich trotzdem mit ihr, ist bereit, mit ihr nach Österreich zu kommen, doch bürokratische Hürden versperren den gemeinsamen Weg …

Barbara Frischmuth (geb. 1941), lebt in Altaussee, Schriftstellerin und Übersetzerin, studierte Türkisch, Englisch und Ungarisch. 1960 mehrmonatiger Studienaufenthalt in Erzurum. Gründungsmitglied des Forum Stadtpark. Seit 1967 freie Schriftstellerin und Übersetzerin, publiziert Romane, Erzählungen, Hörspiele, Theaterstücke, Drehbücher, Kinder- und Gartenliteratur. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Nicole Brunner.
Dmitrij Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Es-Dur, op.107 * Johann Sebastian Bach: Allemande aus der Suite für Violoncello solo D-Dur, BWV 1012 * Gustav Mahler: Symphonie Nr.1 D-Dur in der Urfassung (Clemens Hagen, Mozarteumorchester Salzburg, Constantinos Carydis)
(Aufgenommen am 21.Mai 2017 im Großen Festspielhaus)

Das letzte Abonnementkonzert der Sonntagsmatineen des Mozarteumorchesters setzte mit Mahlers 1.Symphonie in der fünfsätzigen Urfassung und dem 1.Violoncellokonzert von Dmitrij Schostakowitsch einen fulminanten Saisonschluss.

Solist war der Salzburger Cellist Clemens Hagen, Mitglied des genialen Hagen Quartetts und Schüler von Heinrich Schiff. Am Dirigentenpult des Mozarteumorchesters stand mit Constantinos Carydis ein gern gesehener Gast des Orchesters.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Diagonal über die widersprüchlichen Facetten eines Bundeslandes.
Präsentation: Johann Kneihs

Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon

Vorarlberg, eine Erfolgsstory.
Österreichs kleinstes Bundesland (abgesehen von Wien) ist eine der europäischen Regionen mit weit überdurchschnittlichem Einkommen. Vorarlberger Unternehmen, oft im Familienbesitz, beschäftigen als hoch spezialisierte Branchenführer weltweit zehntausende Mitarbeiter/innen. Die Umstrukturierung der lange dominierenden Textilindustrie wirkt gelungen, und das "Ländle" scheint von der Konkurrenz mit den starken Nachbarn Schweiz und Baden-Württemberg mehr zu profitieren als unter der Randlage in Österreich zu leiden.

Innovation kennzeichnet auch die Kultur – ein Stichwort unter anderen: der Siegeszug der Neuen Vorarlberger Bauschule in der Architektur – und den Bereich Soziales. Vorarlberg setzt auf Gesundheits- und Gewaltprävention, das Netzwerk Familie ist Vorreiter in Österreich. Das Problem der Abwanderung scheint – zumindest im Bregenzerwald - glücklicher gehandhabt als in anderen peripheren Gebieten. Fast alle Vorarlberger Gemeinden haben Flüchtlinge aufgenommen, anknüpfend vielleicht an eine lange Tradition im Umgang mit Migrant/innen; viele der ersten Gastarbeiter/innen in Österreich kamen nach Vorarlberg.

Das positive Bild kollidiert allerdings mit anderen Bildern, wie dem von einer konservativen, gar patriarchalen Gesellschaft, die Außenstehenden (und Zugereisten) verschlossen bleibt, und in der Frauen ihre Rechte erst spät und widerwillig zugestanden wurden. Wiederum andererseits: Das erste und einzige Frauenmuseum Österreichs steht im Vorarlberger Ort Hittisau und hat den Österreichischen Museumspreis 2017 erhalten.

Diagonal über die widersprüchlichen Facetten eines Bundeslands, die den weiter östlich Lebenden nicht nur aus sprachlichen Gründen oft verschlossen bleiben; und wo die Uhren anders gehen – meistens vor.


19:00 Nachrichten


19:05 Tao – aus den Religionen der Welt
"Frieden, Respekt und Toleranz". Im kleinen Land Senegal leben mehr als 50 Ethnien, davon mehr als 90% muslimisch, sind ethnische und religiöse Konflikte weitgehend unbekannt – trotz radikal-islamistischer Gruppen, die versuchen, Einfluss zu gewinnen. –
Gestaltung: Anna Maria Dessewffy

Senegal ist ein kleines Land, ganz im Westen Afrikas, wo es an Mauretanien grenzt. Zwischen Sahara und Tropenwald, Ozean und Savanne. Mehr als 50 Ethnien leben in einer bemerkenswerten Harmonie miteinander. Über 90% der Menschen gehören muslimischen Sufi-Bruderschaften an, mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Der Rest sind Christinnen und Christen. In allen Religionen gibt es auch animistische Einflüsse.
Fremdenfeindlichkeit ist weitgehend unbekannt – ethnische und religiöse Konflikte ebenfalls. Respekt und Toleranz gegenüber dem anderen scheinen sich wie ein roter Faden durch die senegalesische Gesellschaft zu ziehen. Dies und auch die Haltung der religiösen Führer der Tidschani und Muriden, der beiden größten Sufi-Bruderschaften, tragen zum friedlichen Zusammenleben der Senegalesen und Senegalesinnen sowie zahlreicher Zuwanderer bei. Die vielleicht wichtigste Figur im senegalesischen Islam ist jedoch der Marabut – der religiöse Würdenträger, Lehrer und Wundertäter, – je nach Bedarf. Und jede Bruderschaft hat ihre eigenen Marabuts. Aber auch im Senegal versuchen radikal-islamistische Gruppen, Einfluss zu gewinnen, – bisher mit mäßigem Erfolg.


19:30 Carl Maria von Weber: "Oberon"
Mit Julian Prégardien (Oberon), Alyona Abramowa (Titania und Puck), Annette Dasch (Rezia), Brenden Gunnell (Hüon von Bordeaux), Rachel Wilson (Fatime), Johannes Kammler (Sherasmin), u.a.
Chor der Bayerischen Staatsoper München, Bayerisches Staatsorchester; Dirigent: Ivor Bolton (aufgenommen am 21. Juli 2017 im Prinzregententheater München im Rahmen der Münchner Opernfestspiele 2017)


22:30 Nachrichten


22:35 Nachtbilder – Poesie und Musik
"Zersplittertes Erinnern". Von Julian Schutting. Es liest Ulrich Reinthaller.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

Dem Alter wird oft nachgesagt, dass es sich vor allem durch Vergesslichkeit bemerkbar macht. Das ist aber nur die eine Seite. Die andere ist das unabwendbare Aufsteigen von Erinnerungen: an Bilder, Situationen, Menschen und Umgebungen, die lange wie unter Schutt vergraben waren, und die auf einmal mit großer Dringlichkeit wieder aufsteigen.

Auch den Autor Julian Schutting behelligen immer wieder Szenen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, die er in seiner Geburtsstadt Amstetten und dann in Wien verbracht hat. In seinen Erinnerungen mischt sich kindliches Erleben mit politischen Signalen der Nazizeit. Schutting gelingt es auf sehr eigene Weise, Zeitgeschichte und persönliche Erfahrungen literarisch nachvollziehbar zu machen. Auch die gewählte Textform der Lyrischen Prosa setzt Schutting in diesem Sinn ein, indem er zwischen Gedicht und Erzählung wechselt, zwischen Beschreiben und Empfinden, zwischen Erinnern und Erläutern.

Julian Schutting wurde 1937 in Amstetten geboren und lebt als freier Schriftsteller in Wien und in Spittal an der Drau. Er ist einer der genauesten Beobachter unter den österreichischen Autoren, und ein großer Poet auch in seiner Prosa. Julian Schutting ist Autor von mehr als 50 Büchern, und ausgezeichnet unter anderem als Anton-Wildgans-, Georg-Trakl- und Gert-Jonke-Preisträger.


23:30 Die Ö1 Jazznacht
Die Ö1 Jazznacht mit Christian Bakonyi. Zum 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie: Martin Eberle, Thomas Gansch, Daniel Nösig, Lorenz Raab und Mario Rom im Jazznacht-Studio.

Am 21. Oktober wäre John Birks "Dizzy" Gillespie 100 Jahre alt geworden. Der 1993 verstorbene Trompeter hat den Jazz maßgeblich beeinflusst, er war in den 1940er Jahren neben Charlie Parker und Thelonious Monk ein Wegbereiter des Bebop. Im Studio spricht Christian Bakonyi mit einer prominent besetzten Trompeter-Runde in Gestalt von Martin Eberle, Thomas Gansch, Daniel Nösig, Lorenz Raab und Mario Rom über den Instrumentalisten, Komponisten, Sänger, Bandleader und Humoristen, der sich für Völkerverständigung einsetzte und als erster vermehrt lateinamerikanische und afrokubanische Elemente in den Jazz einfließen ließ.

Im Anschluss hören Sie ein Dokument aus dem Ö1 Archiv: Das Konzert des Star-gespickten Dizzy Gillespie Orchestra im Arkadenhof des Wiener Rathauses vom 17. Juli 1987.
 

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Sonntag, 22. Oktober 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) Die Ö1 Jazznacht mit Christian Bakonyi. Zum 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie: Martin Eberle, Thomas Gansch, Daniel Nösig, Lorenz Raab und Mario Rom im Jazznacht-Studio

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Am 21. Oktober wäre John Birks "Dizzy" Gillespie 100 Jahre alt geworden. Der 1993 verstorbene Trompeter hat den Jazz maßgeblich beeinflusst, er war in den 1940er Jahren neben Charlie Parker und Thelonious Monk ein Wegbereiter des Bebop. Im Studio spricht Christian Bakonyi mit einer prominent besetzten Trompeter-Runde in Gestalt von Martin Eberle, Thomas Gansch, Daniel Nösig, Lorenz Raab und Mario Rom über den Instrumentalisten, Komponisten, Sänger, Bandleader und Humoristen, der sich für Völkerverständigung einsetzte und als erster vermehrt lateinamerikanische und afrokubanische Elemente in den Jazz einfließen ließ.

Im Anschluss hören Sie ein Dokument aus dem Ö1 Archiv: Das Konzert des Star-gespickten Dizzy Gillespie Orchestra im Arkadenhof des Wiener Rathauses vom 17. Juli 1987.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Superintendent Olivier Dantine (Innsbruck).


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
U. a. mit dem Beitrag: "Bittbriefe an Allmächtige" – Julian Schutting und sein Verhältnis zum Religiösen – zum 80. Geburtstag des österreichischen Schriftstellers. –
Gestaltung: Cornelius Hell Julian

Schutting hat immer wieder auf religiöse Sprache zurückgegriffen; im Gedicht "Bittbriefe an Allmächtige" mischt er die Formeln politischer Petitionen mit denen kirchlicher Fürbitten und Litaneien, sodass sie sich gegenseitig relativieren. "Buñuel in Dankbarkeit" ist eine provozierende Kette surrealer religiöser Bilder in dem vor mehr als drei Jahrzehnten erschienenen Prosaband "Sistiana" überschrieben, der damals für viele eine poetische Befreiung von erdrückendem Glaubensernst darstellte.

In dem 2004 erschienenen Band "Nachtseitiges" werden kirchliche Ansprüche beim Wort genommen, etwa im Vorschlag einer "Bußzeremonie zur misslungenen Prüfung des ersten Stellvertreters", in der der Papst alljährlich die Verleugnung Jesu durch Petrus rituell wiederholen müsste, oder in der fiktiven Zeitungsmeldung, Bischöfe würden eigenhändig behinderte Kinder pflegen. Pervertierungen kirchlicher Moral werden durch Übertreibung auf den Punkt gebracht, etwa wenn einem Theologieprofessor die Aussage in den Mund gelegt wird: "Die katholische Kirche könne im Falle von Vergewaltigungen die Verwendung von Kondomen tolerieren!" Dennoch stellt Schutting fest: "Und noch immer vermag mich zu erschüttern das der sogenannten Wandlung folgende Einbekenntnis: 'Mysterium fidei' – verwandt dem Glaubensbekenntnis der Liebe. Und dass einzig 'uns' ein Gott zuteil geworden ist, als ein hilfloses Kind geboren!" (Wiederholung vom 20.10.2012)


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Wie Blätter fallen draußen alle Tage"
Joseph Lorenz liest Herbstgedichte.
Gestaltung: Edith Vukan und Beate Linke-Fischer.

Von der Kostbarkeit der raren Sonnenstunden, vom Vergolden und Entfärben, der Milde des Vergehens und dem Wandel als dem einzig Ewigen. Gedichte über den Herbst von Theodor Fontane, Ernst Schönwiese, Friedrich Karl von Gerok, Georg Trakl, Friedrich Hebbel, Klabund, Hermann Hesse, Gerrit Engelke, Christian Morgenstern und Nikolaus Lenau. Mit Musik von Domenico Cimarosa, Franz Schubert, Antonin Dvorak, Frédéric Chopin, Reinhold Glière, Sergej Rachmaninow und Gabriel Pierné.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Gestaltung: Peter Blau

Schauspielerin Adele Neuhauser über die von Licht und Schatten kontrastreich gezeichneten Kurven und Kehren, Krisen und Kreuzungen auf ihrem bisherigen Lebensweg. Anlässlich des Erscheinens ihrer Autobiografie "Ich war mein größter Feind" (Brandstätter Verlag, Lesungs-Termine s.u.) macht sich Adele Neuhauser rückblickende und zukunftsweisende Gedanken über die Lehren ihres von Licht und Schatten kontrastreich geprägten Lebens.

Die emotionalen Amplituden in Adele Neuhausers Leben sind beeindruckend. Ihr immer wieder gefährlich gewundener Lebensweg ist gezeichnet von glücklichen Fügungen und mutigen Entscheidungen, aber auch von schweren Krisen und tragischen Schicksalsschlägen. Eine wichtige Rolle spielt bei immer das Gehen – in seinen vielen Formen: Pläne, die aufgehen, Schmerzen, die vergehen, und Wünsche, die untergehen. Wann muss man sich gehen lassen – und was lässt man sich durchgehen? Und schlussendlich die Gewissheit: Es muss ja immer irgendwie weitergehen. Und einer geht noch immer.

Adele Neuhauser startete ihre Karriere als Schauspielerin in Deutschland. In Regensburg erregte sie vor allem im "Faust" als weiblicher Mephisto (1999) und als "Medea" (2000) Aufsehen. TV-Popularität erlangte sie ab 2005 als resolute Amateur-Detektivin Julie Zirbner in der ORF-Serie "Vier Frauen und ein Todesfall" und – seit 2010 - als Ermittlerin Bibi Fellner an der Seite von Harald Krassnitzer im Wiener Tatort. Ihre darstellerische Versatilität wird sie auch in nächster Zeit im Fernsehen wieder unter Beweis stellen: In einem zweiteiligen Doku-Drama über das Leben Bertolt Brechts verkörpert sie dessen Ehefrau Helene Weigel. In der Komödie "Venus im vierten Haus" spielt sie indes eine gestresste Geschiedene, die in einem Wildnis-Survival-Camp ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen versucht.


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Landesvilla und WC-Dekor. Jugendstil in Bad Hall. Eine Entdeckung von Winfried Schneider; Holzkirchen in den Karpaten: Ein Schatz der Westukraine. Von Brigitte Voykowitsch; Zwischen dem roten Fels und dem Meer. Ein griechisches Dorf entdeckt das Klettern. Von Johanna Tirnthal
Redaktion: Ursula Burkert

Bad Hall im Traunviertel in Oberösterreich mag weniger bekannt sein als andere Kurorte. Zu bieten hat die hübsche kleine Stadt dennoch so manches. Besonders in den Jahren nach 1900 erlebte der Kulturtourismus in Bad Hall eine Blütezeit. Bis heute erinnern zahlreiche Villen und Zweckbauten aus der Spätphase des Jugendstils an die ausgeprägte bürgerliche Baukultur jener Jahre. Den berühmtesten Jugendstilbau von Oberösterreich hat Mauriz Balzarek, ein Schüler Otto Wagners, in Bad Hall realisiert.

Charakteristisch für das Karpatengebiet der Westukraine sind die Holzkirchen. Manche von ihnen haben politische und andere Turbulenzen der Jahrhunderte fast unbeschadet überlebt und beeindrucken bis heute mit ihren reichen Malereien und Schnitzereien. Engagierten Liebhabern ist es zu verdanken, dass einige Kirchen nun saniert und die Malereien aufgefrischt werden. Denn sowohl architektonisch als auch künstlerisch zählen sie zu den besonderen Schätzen der Region.
Zwischen dem roten Fels und dem Meer. Ein griechisches Dorf entdeckt das Klettern.

Leonidio ist ein Dorf auf dem südlichsten Zipfel des Peloponnes. Hunderte Meter hohe Felswände aus rotem, gelbem und grauem Kalkstein begrenzen dort ein idyllisches Tal. Nur wenige Kilometer vom Meer entfernt liegen Oliven- und Orangenhaine, Plantagen von Tomaten und Auberginen und das weiße Dorf mit seinen kleinen Kirchen und steilen Gassen. Hinter dem Dorf verengt sich das Tal. Eine kurvenreichenreiche Straße führt hoch in ein Bergmassiv, auf dessen anderer Seite Sparta liegt. Über Jahrhunderte waren die vielen Felswände eher Hindernis als Bereicherung und nur da interessant, wo in die Höhlen Klöster gebaut werden konnten. Mit dem nahen Strand war Leonidio ein beliebter Sommerurlaubsort für Griechen. Im Winter hingegen war es "fast tot", sagt die junge Architektin Eleni Danesi, die ihr Heimatdorf zum Studieren verlassen hat. Seit 2013 verändert sich das grundlegend und Eleni fand einen Grund, zurückzukehren: Kletterer aus aller Welt haben die Felswände von Leonidio entdeckt und sind begeistert. So viel unberührter, gut zugänglicher Fels ist in Europa heute eine absolute Seltenheit geworden.


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee
Wiener Symphoniker, Dirigent: Andrés Orozco-Estrada; Lilya Zilberstein, Klavier. Richard Strauss: a) "Don Juan", Tondichtung für großes Orchester op. 20; b) Burleske für Klavier und Orchester d-Moll; c) "Macbeth", Tondichtung nach Shakespeares Drama für großes Orchester op. 23; d) Suite aus der Oper "Der Rosenkavalier" op. 59 (aufgenommen am 1. Oktober im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1 Surround Sound)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Wiener Symphoniker, Dirigent: Andrés Orozco-Estrada. (aufgenommen am 1. Oktober im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1 Surround Sound)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen Klassiker aus der Kabarett-Edition, erlesene Hörbücher, Raritäten aus der Edition "Alte Musik", Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen in einer öffentlichen Superchampions-Runde Ende Jänner um eine Portugal-Reise für zwei Personen. Unter dem Motto "A Alma De Lisboa" kann man auf dieser einwöchigen Kultur- und Genussreise die portugiesische Seele entdecken.
Wenn Sie selber mitspielen wollen, senden Sie ein mail an gehoert.gewusst@orf.at.


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
"Von Beruf Bronner" – Gerhard Bronner. Eine Erinnerung
Gestaltung: Heinz Janisch

Vor 95 Jahren – am 23.Oktober 1922 – wurde Gerhard Bronner geboren.
"Von Beruf Bronner", so hat sich der vielseitige Künstler einmal selbst charakterisiert. Er war Autor, Textdichter, Librettist, Musiker, Pianist, Komponist, Sänger, Darsteller, Kabarettist, Nachtlokalbesitzer, Plattenproduzent, Studiobesitzer, Theaterdirektor …

In Wien-Favoriten aufgewachsen – als Sohn einer Näherin und eines Tapezierers – lernte er früh Klavier spielen. Sein erster Beruf war Schaufensterdekorateur in Favoriten. 1938 emigrierte er und überlebte als einziger seiner Familie. Er arbeitete in Palästina auf einer Zitrus-Plantage – und er leitete die Musikabteilung einer Radiostation. 1948 kehrte er nach Wien zurück, er werkte beim Sender Rot-Weiß-Rot, schrieb Filmmusik, leitete mehrere Bühnen und verfasste legendäre Programme wie "Dachl überm Kopf", "Hackl vorm Kreuz" u.v.m. Unvergessene Lieder entstanden: "Der Wilde mit seiner Maschin", "Der g'schupfte Ferdl", "Der Papa wird's schon richten".

Gerhard Bronner machte Sendungen für den Rundfunk und fürs Fernsehen - vom "Zeitventil" bis zur "Großen Glocke", vom "Guglhupf" bis zu "Schlager für Fortgeschrittene". 1988 übersiedelte er nach Florida. 1993 holten ihn Freunde zurück. In den letzten Jahren pendelte er zwischen Österreich und Amerika.

Am 19. Jänner 2007 ist Gerhard Bronner an den Folgen eines Schlaganfalls in Wien verstorben.


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Bariton mit Schmelz und Höhenstrahl: Wolfgang Brendel
Ausschnitte aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Albert Lortzing, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Peter Iljitsch Tschaikowsky, Richard Wagner, u.a.
Gestaltung: Michael Blees

In München ist Wolfgang Brendel vor 70 Jahren auf die Welt gekommen und das Opernhaus seiner Heimatstadt, die Bayerische Staatsoper, war auch über lange Jahre hinweg seine künstlerische Heimat. Mit seinem geschmeidigen, elegant geführten Bariton, der über lyrischen Schmelz, genauso aber auch über dramatische Kraft verfügte, hat man ihn als besonderen Publikumsliebling dieser Bühne in Partien von Mozart bis Richard Strauss gefeiert.

Vom eher lyrischen Fach hat sich Wolfgang Brendel im Verlauf seiner Karriere – mit Auftritten in aller Welt von Mailand bis New York, Paris bis Tokyo, London bis Lissabon, Wien bis San Francisco – bis in die dramatischen Regionen eines Fliegenden Holländers und Hans Sachs vorgearbeitet; und letztgenannte Partie hat auch seinen Rückzug von der Bühne Anfang der 2010er Jahre markiert. Seither ist er an der Indiana University in Bloomington als Gesangs-Pädagoge tätig.


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen. Moderation: Nicole Dietrich "Nichts ist lächerlicher, als sich Figuren auszudenken!"
Ein Gespräch mit Julian Schutting (80. Geburtstag am 25. Oktober)

Traumsicher in der Sprache

Anna Baar: Als ob sie träumend gingen, Roman, Wallstein Verlag

Florjan Lipuš: Seelenruhig, Jung & Jung Verlag (Übersetzung: Johann Strutz)

Der lyrische Salon

Jan Wagner, Tristan Marquardt: Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen, Hanser Verlag

Jugendbuch des Monats


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Freunde selbstgemachter Unterhaltung – das Plattenlabel "Gutfeeling" ignoriert Genregrenzen.
Gestaltung: Astrid Schwarz

Der Amateur ist nicht unbedingt ein Dilettant, sondern im Wortsinn jemand, der etwas aus Liebe tut und nicht des Geldes wegen. In diesem Sinne sind alle Musiker/innen des Münchner Labels "Gutfeeling" Amateure. Auch wenn sie in anderen musikalischen Zusammenhängen hochprofessionell (aber mit ebenso viel Liebe) Jazz, Pop oder Theater-, Film- und Fernsehmusik machen.

Musikalische Genregrenzen kennt Gutfeeling keine, denn wer in seiner Jugend Punk war, für den sollten Grenzen vor allem zum Einreißen da sein. Wenn also Ex-Punks eine Blasmusikkapelle gründen, dann vor allem, um Landler mit dem Geist des Rock 'n' Roll zu infizieren und Hank Williams-Songs mit Neuer Deutsche Welle. Und wenn elektronische Popmusiker und studierte Jazzer eine Hochzeitskapelle bilden, dann um Sun Ra, Françoise Hardy oder Lee "Scratch" Perry in "folkloristisch-elegischen Rumpeljazz" zu übersetzen.

Wer auf Gutfeeling veröffentlicht, der macht Punk, Funk, Latin oder Hobo-Blues, Ska, Calypso, Gypsy-Jazz oder was auch immer – aber alles im Geist des Rock 'n' Roll. Mit dem kommt auch wieder der Dilettantismus ins Spiel, oder wie man in Bayern sagt: Scheiß da nix, dann feit da nix.


17:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
"Lärm ist das Geräusch der anderen".
Gestaltung: Xaver Forthuber und Alois Schörghuber

Dieses Zitat von Kurt Tucholsky beschreibt treffend die Situation zwischen Erzeuger und Empfänger von Lärm. Baulärm, Verkehrslärm, Krach und viele andere Alltagsgeräusche dringen ständig ins Ohr. Man hat das Gefühl, die Welt wird immer lauter. Vom enervierenden Rattern eines Presslufthammers bis zum Aufheulen von Rasenmäher-Motoren reicht die Palette der Lärmbelästigung.

Wie viel Lärm vertragen wir und wie viel davon ist eigentlich gar nicht notwendig?


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
"AMEN" – Das neue Programm von Andreas Rebers.
Gestaltung: Doris Glaser

"Immer ICH" – Das neue Solo von Clemens Maria Schreiner.
Gestaltung: Peter Blau

Nach "Predigt erledigt" und "Rebers muss man mögen", bildet "Amen" nun den vorläufigen Abschluss der Reber'schen Trilogie über die wichtigsten Lebensfragen. Als streitbarer Geist in der Rolle des Reverend Rebers wird sich der deutsche Kabarettist in gewohnter Weise gegen Dogmen, Dummheit und politische Manipulation zur Wehr setzt und die Dinge benennen, die eigentlich niemand hören will. "Bevor ich überhört werde – werde ich lieber falsch verstanden!" sagt Rebers und stellt sich u.a. auch die Lieblingsfrage der Deutschen: Wer ist schuld? Dazu gibt es tanzbare Kapitalismus Kritik mit Frau Flüchtling, Frau Hammer und Gästen aus längst vergangenen Zeiten.

Gerade im eigenen Leben hat man es oft selbst am schwersten.
Wer erwischt im Stau die langsamste Spur?
Wer beißt auf den einzigen Kirschkern im Kuchen?
Wer muss schon wieder den Regenwald retten?
Immer ich.


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession mit Ines Reiger. Kammermusikalische Trialoge: Hermann Linecker, Herb Berger und Alex Meik.

Trifft der quirlige oberösterreichische Pianist Hermann Linecker auf den nicht minder melodiegelenkigen Saxofonisten, Flötisten und Mundharmonika spielenden Salzburger Herb Berger, sprühen nicht nur musikalische Funken. Beinahe mit jedem Ton wird die Spielfreude eloquent und humorvoll spürbar. Kammermusikalisch unterstützt wird das dynamische Duo durch den Bassisten Alex Meik. In Lineckers und Bergers Kompositionen sowie Bearbeitungen diverser Jazzstandards beweist das Trio, dem sich Gastgeberin und Sängerin Ines Reiger dann und wann beigesellen wird, dass "Time" nicht unbedingt nur Sache des Schlagzeugs sein muss.


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
In deinem Brustkorb steht das Gras schon bis zum Himmel. Der schwedische Schriftsteller Steve Sem-Sandberg.
Feature von Alfred Koch

Der Schwede Steve Sem-Sandberg schreibt keine Bücher, die man zum Vergnügen liest. "Über unterhaltsame Dinge kann jeder schreiben", sagt der Schriftsteller, der sich in seinen Büchern lieber mit der dunklen Seite der Geschichte beschäftigt.

2011 erschien sein Roman "Die Elenden von Lodz", ein Buch über das zweitgrößte jüdische Getto in Polen während der Nazi-Zeit. Ein monumentales 700 Seiten-Epos, halb Dokumentation, halb literarische Fiktion, das international für Aufsehen sorgte und als virtuoses Meisterwerk gepriesen wurde.

Mit der Präzision eines Historikers und den Freiheiten eines Schriftstellers, so befand die Kritik, gelingt es Sem-Sandberg, sich in Opfer und Täter gleichermaßen hineinzudenken und so einer Zeit, über die schon alles gesagt schien, neue Dimensionen abzugewinnen.

Der Roman "Die Elenden von Lodz", an dem Sem-Sandberg sieben Jahre lang schrieb, entstand in Wien, wo der Schwede seit vielen Jahren lebt. Dort spielt auch sein bislang letzter Roman, "Die Erwählten", in dem er die Verbrechen der Nationalsozialisten an Kindern in der Heil- und Pflegeanstalt "Am Steinhof" beschreibt.

Ein kompromissloses, minutiös recherchiertes und schonungsloses Buch über kranke und behinderte Kinder, die in den Pavillons "am Spiegelgrund" von Ärzten und Krankenschwestern getötet, sadistisch erniedrigt und schmerzhaften Torturen ausgesetzt wurden. Auch in diesem Roman versetzt sich Sem-Sandberg nicht nur in Opfer, in die gequälten Kinder, die sich in einer ausweglosen Situation in Fantasien hinein zu retten versuchen, sondern er denkt sich mit gleicher Empathie in die Täter hinein. Wie konnten sie das tun, was sie taten?


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Ö1 Kunstsonntag: Milestones mit Gerhard Graml. "Genius of Modern Music": Das Frühwerk von Thelonious Monk.

Im Zentrum dieser Sendung mit Gerhard Graml stehen die ersten Aufnahmen des Pianisten Thelonious Monk, der im Oktober 2017 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Sie wurden ab dem Jahr 1947 von Blue Note als Singles veröffentlicht und erschienen später gesammelt auf den beiden Langspielplatten "Genius of Modern Music" Vol. 1 und Vol. 2. Sie sollten den Pianisten als Bandleader und sein Talent als Komponist originärer Stücke einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Trotz des eher bescheidenen kommerziellen Erfolges kann man die Bedeutung dieser ersten Monk-Aufnahmen nicht hoch genug einschätzen.

Obwohl sie ganz am Anfang seiner Diskografie stehen, findet sich darin bereits der Schlüssel zum Werk des Pianisten: die ironische Abstraktion seiner Melodien, die seltsame, sparsame Anmut seiner Improvisationen und der unerhörte musikalische Einfallsreichtum des Komponisten, der das neue musikalische Territorium im Single-Format innerhalb einer Spieldauer von ca. drei Minuten abstecken musste. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Landkarte des Jazz neu gezeichnet werden, viele der frühen Eigenkompositionen Thelonious Monks wie etwa "Round About Midnight" oder "Well, You Needn't" wurden zu Standards und zählen zu den meistgespielten Jazzstücken.


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Nachtfahrt". Von Julian Schutting. Es liest: der Autor.
Gestaltung: Edith-Ulla Gasser

"Er" und "Sie" lernen einander nächtens kennen, nebeneinander in einem Zugkorridor vor den Abteilen stehend. Schwärmend und wortreich betrachten beide den Mond durchs Fenster, während der Zug durch die Landschaft eilt. Für beide fühlt es sich an, als wäre man einander schon ewig so nahe, und während man diese Nähe schwelgerisch genießt, fürchtet man bereits den Abschied.
Julian Schutting liest selbst sowohl Mann als auch Frau in diesem ebenso sentimentalen wie ironischen Radiodialog, den Ö1 im Rahmen eines Programmschwerpunkts zum 80. Geburtstag des Autors ausstrahlt.


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
Eine Reise in die Geschichte der Telekommunikationskunst mit Seppo Gründler.
Gestaltung: Susanna Niedermayr

Das Duo Klammer&Gründler ist stets am Puls der Zeit, und das seit langem: Nach den Projekten "Razionalnik", das bereits vor 30 Jahren das musikalische Potenzial digitaler Datennetzwerke auslotete, und "RGB", das vor 20 Jahren beim musikprotokoll das Thema der Synchronisation behandelte, gingen im Rahmen der heurigen Festivalausgabe Josef Klammer und Seppo Gründler gemeinsam mit Stefan Doepner nun der Frage nach, wie das Internet der Dinge klingt, und erforschten den Raum autonomer, vernetzter Maschinen mit musikalischen Mitteln. Wir präsentieren Ihnen den Mitschnitt dieses Konzertes am 27. Oktober in Zeit-Ton. Bereits heute begeben wir uns im Rahmen unserer diesjährigen Shape Lecture mit Seppo Gründler auf eine Reise in die Geschichte der Telekommunikationskunst.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
"Can you hear a forest listening? For Pauline Oliveros".

Hommage an die legendäre Musikerin und Begründerin von Deep Listening Pauline Oliveros (1932 bis 2016) im Rahmen des Phonofemme Festival 2017. Das Phonofemme Festival 2017 ist der im Vorjahr verstorbenen Pionierin der Electronic Music und Begründerin des Deep Listening Institute (DLI) Pauline Oliveros (1932 – 2016) gewidmet. Und findet am 21. Und 22. Oktober 2017 unter anderem in der Tonspur-Passage im MQ21, sowie im Café Korb in Wien statt. Seinen Abschluss findet das Festival in Radiokunst – Kunstradio im Rahmen des Ö1 Kunstsonntags.

Die Live Radioperformance "Can you hear a forest listening? For Pauline Oliveros" von Mia Zabelka und Zahra Mani mit Radio Hommagen von Carole Ione, Maria Chavez, DJ Spooky, Maia Urstad und Doug Van Nort ist der 2016 verstorbenen amerikanischen Komponistin und Pionierin der elektronischen Musik Pauline Oliveros gewidmet.

Mit der Begründerin des Deep Listening Institutes verband die Wiener Noise Violinistin, Komponistin und Radiokünstlerin Mia Zabelka eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit.

Als Basis für die Live Performance dienen Mia Zabelka und Zahra Mani Klangmaterial von Zabelkas Solo Performance, die sie im Rahmen einer Audio & Videosession im ORF Funkhaus aufnimmt, außerdem werden Aufnahmen von Gesprächen mit Pauline Oliveros, sowie persönliche "Erinnerungsstücke" in Form von gemeinsam eingespielten Audioaufnahmen und die Hommagen der beteiligten KünstlerInnen zu weiteren Bestandteilen.
 

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Montag, 23. Oktober 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Eine Reise ins Leben". Saskia Jungnikl, österreichische Journalistin und Autorin, redet darüber, wie man weitermachen kann, wenn man Menschen verliert und anderen in ihrer Trauer helfen kann.
Gestaltung: Alexandra Mantler

Saskia Jungnikl verliert früh ihren Bruder, wenige Jahre später tötet sich ihr Vater. Diese plötzlichen Schicksalsschläge mehren ihre Furcht vor dem Tod und das Wissen um die Fragilität des Lebens. Um die Angst zu verlieren beschäftigt sie sich damit, was das Leben in seiner Besonderheit ausmacht und warum jeder Moment kostbar ist. Sie spricht darüber, warum der Mensch überhaupt sterben muss und ob der Wunsch nach dem ewigen Leben je Realität werden kann. Und sie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Tod und Glaube, wie das Leben nach dem Tod in der Philosophie behandelt wird und wie sich unsere Bestattungskultur verändert.

Wenn man Menschen verliert, die man liebt, verändert einen das. Jungnikl redet darüber, wie man weitermachen kann und wie man Menschen helfen kann, die in ihrer Trauer Hilfe brauchen. Der Tod macht Angst, aber er kann auch zeigen, dass jeder Tag zählt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Vermögen
Was wir können, wenn wir haben, was wir brauchen (1).
Gestaltung: Sonja Bettel

Im Jahr 2017 unserer Zeitrechnung stehen wir auf dem Planeten Erde vor einer Fülle an Problemen und Herausforderungen. Wir haben aber auch eine Menge Wissen und Ressourcen, um diese zu meistern. Man könnte auch sagen, wir haben eine Menge Vermögen – in mehrfachem Wortsinn. Mit dem Begriff "Vermögen" in seiner Mehrdeutigkeit sowie der Frage, wie dieses Vermögen gemeinschaftlich genutzt werden kann, beschäftigt sich das neue Medienkunst-Festival der Stadt Wien mit dem Titel "The Future of Demonstration", das erstmalig von 31. Oktober bis 11. November 2017 in Wien stattfindet. Im Zentrum des Festivals stehen Interaktionen von Kunst, Technologie und Gesellschaft, die neue künstlerische Formate hervorbringen sollen. "Demonstration" wird dabei im Sinne der Pädagogik als "vorzeigen, unterrichten", der Technologie als "präsentieren, weiterentwickeln" und der Politik als "für etwas eintreten" verstanden. Es geht darum, wie neue technische und gesellschaftliche Entwicklungen forciert und weitergetrieben werden.

Im Radiokolleg wollen wir uns im Vorfeld des Festivals assoziativ dem Begriff "Vermögen" annähern. Im heutigen Verständnis wird der Begriff "Vermögen" meist für Geld oder geldwerten Besitz verwendet. Die relativ neue Disziplin der Vermögensforschung, die an der Sigmund Freud Universität in Wien sogar ein eigenes Institut erhalten hat, untersucht "Vermögen" jedoch in einem umfassenden Sinne, der auf Aristoteles, Immanuel Kant, Ernst Bloch oder Hanna Ahrendt verweist. Laut dem Begründer der Disziplin, Thomas Druyen, ist Vermögenskultur "die Förderung und Pflege von materiellen und immateriellen Werten, von Beziehungen und Netzwerken zum Schutze der individuellen, familiären, gesellschaftlichen und globalen Zukunftsfähigkeit." Es geht also nicht nur darum, was man hat (Geld, Immobilien, Talente, Fähigkeiten, Wissen), sondern auch und vor allem, was man damit zu tun vermag.
Das Medienkunstfestival "The Future of Demonstration" hat sich dafür fünf Themenfelder ausgesucht, die uns jetzt und in Zukunft beschäftigen werden: Wie können neue Medientechnologien die Menschen ermächtigen, für ihre Rechte einzutreten? Wie werden wir mit "dem Fremden" in Form von Künstlicher Intelligenz und Robotern umgehen? Wie können wir Ressourcen nutzen, ohne anderes Leben auszunutzen? Und was bedeutet Geld, Wert und Reichtum in Zeiten digital erzeugbarer Kryptowährungen?
Welches Vermögen wir haben, was wir mit unserem Haben und Wissen vermögen und welche Fragen wir damit bearbeiten könnten, diese Fragen stellt Sonja Bettel Künstler/innen, Wissenschafter/innen und Menschen mit Vermögen.


09:30 Radiokolleg – Wissenschaft unter Druck
Ungarn, USA, Türkei (1).
Gestaltung: Tanja Malle

In der Türkei wurden seit dem Putsch tausende Wissenschafter/innen entlassen oder auch verhaftet. In den USA entzieht Präsident Donald Trump jenen Forschungseinrichtungen Förderungen, die sein Weltbild herausfordern und bestärkt mit seinen Äußerungen und seiner Politik Impfgegner und Leugner des Klimawandels. Und in Ungarn hat das Parlament zuletzt ein Gesetz gegen ausländische Hochschulen beschlossen, das vor allem dazu dienen soll, die in den USA akkreditierte internationale Central European University in Budapest auszuschalten. Diese wurde und wird zu einem großen Teil von George Soros finanziert – einem Kritiker von Ungarns Premier Viktor Orbán. Auch andere europäische Länder haben Maßnahmen gesetzt, die dem Grundsatz von der Freiheit der Wissenschaft zuwiderlaufen.

Der deutsche Klimawandelforscher Hans Joachim Schellnhuber spricht angesichts dieser Entwicklungen in einem Gespräch mit der deutschen Wochenzeitung Die Zeit von "postfaktischem Nationalpopulismus" und "einem Angriff auf die Aufklärung". Einige der Folgen: Eine zunehmende Wissenschaftsskepsis, aber auch ein verstärkter Brain Drain aus jenen Ländern, in denen die Wissenschaft unter Druck gerät. Eine Berliner Initiative hat sich daher zum Ziel gesetzt, die erste türkische Exiluniversität zu gründen – für Forscher/innen, die ihr Heimatland, die Türkei, verlassen mussten. Was aber sind die Gründe und Motive für die zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit, wie können und sollen aufgeklärte Gesellschaften damit umgehen und was kann die Wissenschaft selbst dazu beitragen, das Vertrauen in sie wieder zu stärken? Das Radiokolleg spricht mit Forscherinnen, die politischem Druck ausgesetzt sind und Personen und Initiativen, die sich für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung einsetzen.


09:45 Radiokolleg – Die Harfe
Zwischen Engelsklang und Teufelswerk (1).
Gestaltung: Verena Gruber

Die Harfe ist ein Instrument der Superlative: Sie ist eines der ältesten Instrumente der Menschheit, sie ist eines der größten und schwersten im Orchester, sie ist eines der teuersten und sperrigsten. Lange hatte sie mit dem Image zu kämpfen, lediglich ein Instrument mit Engelsklang zu sein, das begleitende Funktion hat und im Hintergrund agiert. Aus diesem Nischendasein hat sie vor allem einer geholt. Der Franzose Xavier de Maistre, mit 25 Soloharfenist der Wiener Philharmoniker. Er ist mittlerweile ein Weltstar auf der Harfe, er spiel Soli in renommierten Orchestern, Komponisten schreiben für ihn Harfenkonzerte, er wurde mit diversenen Preisen ausgezeichnet.

Jenseits der Klassikszene hatte die Harfe immer schon den Nimbus der Vielfältigkeit und gilt als ein Instrument, das laut und kraftvoll sein kann. Der senegalesische Musiker Seckou Keita oder der kolumbianische Jazzmusiker Edmar Castaneda zum Beispiel haben die Harfe ins Rampenlicht geholt.

Die Radiokolleg-Reihe "Die Harfe" porträtiert das Instrument mit seinen vielfältigen Klangmöglichkeiten jenseits von Engelsklängen. Einige der großen Harfenistinnen und Harfenisten aus verschiedenen Genres kommen zu Wort.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Johannes Leopold Mayer. Innsbruck hat ihn unsterblich gemacht - Heinrich Isaac (zum 500. Todestag)

Er ist die große Gestalt der maximilianischen Hofmusik im ausgehenden Mittelalter. Kaiser Maximilian hatte ihn aber vor allem deshalb engagiert, weil er billiger und willfähriger war als der eigentlich ins Auge gefasste Josquin des Prés.

Aber Isaac hat sich bewährt – und im 20. Jahrhundert vermochte seine Musik noch Anton von Webern zu faszinieren.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Als ob sie träumend gingen". Roman von Anna Baar.
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Hans Georg Nicklaus.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Cantus Cölln, Konrad Junghänel, Dirigent (aufgenommen am 30.7. in der Friedenskirche "Zur heiligen Dreifaltigkeit" in Swidnica in Polen).
Präsentation: Jörg Duit


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Unter dem Motto "Sind Sie Ihr Ernst …?" bietet Roland Knie literarische Parodien dar und erörtert sie (aufgenommen am 14. September 2017 im RadioCafe)
Bearbeitung: Robert Weichinger

Die Parodie gehört zu den kompliziertesten literarischen Disziplinen – wie kompliziert, davon zeugen die unglaublich vielen Missverständnisse, Missbräuche und Verwechslungen, wo eigentlich von Nachahmung, Travestie oder auch schlichter Verballhornung die Rede sein sollte. Vielleicht gelingt es an diesem Abend, die einzige klare Definition der Parodie – jene ihres Großmeisters Robert Neumann – verständlich zu machen: "Parodie ist Karikatur mit den Mitteln des Karikierten".


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Rainer Elstner


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Oktoberrevolution. Das größte gesellschaftliche Experiment des 20. Jahrhunderts. Mit Verena Moritz, Historikerin und Publizistin.
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller und Robert Weichinger

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges setzten in Russland politische und gesellschaftliche Umwälzungen ein, die die Geschichte und Kultur des Landes bis heute prägen. Der als "Oktoberrevolution" bezeichneten Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki unter dem aus dem Schweizer Exil zurückgekehrten Wladimir Iljitsch Lenin am 25. Oktober 1917 (7. November nach dem gregorianischen Kalender) war im Februar ein folgenschwerer landesweiter Aufstand vorausgegangen.

Die sogenannte "Februarrevolution", ausgelöst von politischen und wirtschaftlichen Krisen, hatte mit Hungerrevolten und Demonstrationen unter anderem in Petrograd (St. Petersburg) begonnen und schließlich zur Abdankung des Zaren Nikolaus II. und zur Beendigung der Zarenherrschaft geführt. Es kam zu Übergangsregierungen unter Georgi Lwow und, ihm folgend, unter Alexander Kerenski.

Mit den Arbeiter- und Soldatenräten (Sowjets) stand ihnen ein einflussreicher Machtfaktor gegenüber. Der bewaffnete Aufstand der Bolschewiki beseitigte auch das "Februarregime", Lenin rief die "Sozialistische Sowjetrepublik" mit einem Rat von Volkskommissaren aus, Russland leitete Friedensverhandlungen mit den Mittelmächten ein. Was folgte war ein mehrjähriger Bürgerkrieg zwischen der "Roten Armee" der Bolschewiki und deren Hauptgegner, der "Weißen Armee".

Die antibolschewistische Opposition schloss Gruppierungen linker Kräfte ebenso ein wie Liberale und Konservative. Der von Terror beider Seiten gegen die Bevölkerung und von antisemitischen Pogromen bestimmte Krieg endete mit der Niederlage der Weißen, während in Teilen des Landes 1920/21 eine Hungerkatastrophe ausbrach, der mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen. Im Dezember 1922 wurde im Machtausbau der Bolschewiki die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken UdSSR begründet.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Kooperation als Erfolgsprinzip der Natur
Von Sabrina Adlbrecht

Mutation und Selektion sind nach klassischer darwinistischer Auffassung entscheidend für den Erfolg lebender Systeme. Diese Grundannahmen der Evolutionstheorie blenden aber, wie einige meinen, etwas Entscheidendes aus: den Faktor Kooperation. Denn der sei als Gestaltungskraft des Überlebens noch wichtiger als Kampf und Konkurrenz.

In der Natur sind verschiedenste Ausprägungen von Zusammenarbeit allgegenwärtig; und zwar nicht nur als Verhalten, von dem die Kooperationspartner profitieren, wie zum Beispiel in der Gruppenjagd, sondern auch in Form der gegenseitigen Hilfe. So teilen zum Beispiel viele Tiere nicht nur die gemeinsam erjagte Beute, sondern versorgen damit auch andere Gruppenmitglieder, die an der Jagd nicht beteiligt waren.

Kooperation kann auch artenübergreifend sein, und bestimmte Formen davon finden sich auch im Pflanzenreich. – Der Mensch wurde gerade durch Zusammenarbeit zum evolutionären "Erfolgsmodell": Von den Jäger- und Sammler-Gesellschaften bis hin zu den Nationalstaaten ist sie das entscheidende Prinzip.

Ein Miteinander funktioniert zweifellos besser als ein Gegeneinander - doch der Mensch ist kein rein rationales Wesen. Ob wir kooperieren oder nicht, hängt – jenseits eines zu erwartenden Nutzens – stark von den Motivationen, Neigungen und Werten der Beteiligten ab. Gesteuert wird die Dynamik von Kooperation oder Konkurrenz vor allem durch das jeweilige sozioökonomische Umfeld.


19:30 On stage
On stage mit Marlene Schnedl. Michel Portal und Bojan Z im März 2017 im Linzer Brucknerhaus.

Zu einer konzertanten Sternstunde kam es am 6. März 2017 im Linzer Brucknerhaus: Auf der einen Seite der Bühne stand mit dem 81-jährigen Klarinettisten Michel Portal eine Legende des europäischen Jazz, die zu Beginn ihrer Karriere u. a. Édith Piaf begleitet und mit Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen gearbeitet hat. Auf der anderen Seite saß Bojan Z alias Bojan Zulfikarpasic, der aus Belgrad stammende, 49-jährige Pianist, der seit vielen Jahren in Paris lebt und in seiner Musik auf originelle Weise immer wieder die Traditionen seiner Heimat durchschimmern lässt.

In Linz standen u. a. Kompositionen aus dem 2011 veröffentlichten Michel-Portal-Album "Bailador" auf dem Programm, an dem auch Bojan Z beteiligt war: Sie fungierten als Startrampen für virtuose, ideensprühende Dialoge voll Geist und Verve.
Marlene Schnedl präsentiert die Höhepunkte des Konzertabends.


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen. Moderation: Nicole Dietrich "Nichts ist lächerlicher, als sich Figuren auszudenken!"
Ein Gespräch mit Julian Schutting (80. Geburtstag am 25. Oktober)

Traumsicher in der Sprache

Anna Baar: Als ob sie träumend gingen, Roman, Wallstein Verlag

Florjan Lipuš: Seelenruhig, Jung & Jung Verlag (Übersetzung: Johann Strutz)

Der lyrische Salon

Jan Wagner, Tristan Marquardt: Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen, Hanser Verlag

Jugendbuch des Monats


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Vermögen. Was wir können, wenn wir haben, was wir brauchen (1).
Gestaltung: Sonja Bettel

Wissenschaft unter Druck. Ungarn, USA, Türkei (1).
Gestaltung: Tanja Malle

Die Harfe. Zwischen Engelsklang und Teufelswerk (1).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
musikprotokoll 2017. Studio Dan mit schillernden Uraufführungen.
Gestaltung: Nina Polaschegg

Egal ob Big Band oder kleines Ensemble: Das österreichische Ensemble Studio Dan groovt sich flexibel auf alle experimentellen Wellen ein. Bei seinem Konzert im Rahmen des musikprotokolls waren das buntschillernde Uraufführungen des Avantgarde-Jazz-Posaunisten George Lewis und der Komponistin Oxana Omelchuk.

Beinahe schon als Legende des Avantgarde-Jazz könnte man den amerikanischen Posaunisten und Komponisten George Lewis bezeichnen, der derzeit an der New Yorker Columbia University unterrichtet. Studio Dan haben gemeinsam mit dem grandiosen Posaunisten Matthias Muche ein neues Stück von George Lewis zur Uraufführung gebracht.

Gegründet wurde Studio Dan im Jahr 2005 ursprünglich als Big Band für das erste Festival der Initiative JazzWerkstatt Wien. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, zu welch enormer Flexibilität in Größe und Stilistik dieses Kollektiv fähig ist, je nachdem an welchen wellenförmigen Grenzlinien des Experimentellen zwischen Improvisation, Komposition, Jazz oder Prog-Rock es sich gerade bewegt.

Diese instrumentale und stilistische Offenheit ist auch die beste Voraussetzung für die buntschillernde Musik von Oxana Omelchuk, die ebenfalls mit einer Uraufführung vertreten war. Die 1975 in Weißrussland geborene und in Köln lebende Künstlerin wurde seit ihrem Studium mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet und gehört zu den herausragenden Komponistinnen ihrer Generation.
 

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Dienstag, 24. Oktober 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang
(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Eine Reise ins Leben". Saskia Jungnikl, österreichische Journalistin und Autorin, redet darüber, wie man weitermachen kann, wenn man Menschen verliert und anderen in ihrer Trauer helfen kann.
Gestaltung: Alexandra Mantler

Saskia Jungnikl verliert früh ihren Bruder, wenige Jahre später tötet sich ihr Vater. Diese plötzlichen Schicksalsschläge mehren ihre Furcht vor dem Tod und das Wissen um die Fragilität des Lebens. Um die Angst zu verlieren beschäftigt sie sich damit, was das Leben in seiner Besonderheit ausmacht und warum jeder Moment kostbar ist. Sie spricht darüber, warum der Mensch überhaupt sterben muss und ob der Wunsch nach dem ewigen Leben je Realität werden kann. Und sie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Tod und Glaube, wie das Leben nach dem Tod in der Philosophie behandelt wird und wie sich unsere Bestattungskultur verändert.

Wenn man Menschen verliert, die man liebt, verändert einen das. Jungnikl redet darüber, wie man weitermachen kann und wie man Menschen helfen kann, die in ihrer Trauer Hilfe brauchen. Der Tod macht Angst, aber er kann auch zeigen, dass jeder Tag zählt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Vermögen
Was wir können, wenn wir haben, was wir brauchen (2).
Gestaltung: Sonja Bettel

Im Jahr 2017 unserer Zeitrechnung stehen wir auf dem Planeten Erde vor einer Fülle an Problemen und Herausforderungen. Wir haben aber auch eine Menge Wissen und Ressourcen, um diese zu meistern. Man könnte auch sagen, wir haben eine Menge Vermögen – in mehrfachem Wortsinn. Mit dem Begriff "Vermögen" in seiner Mehrdeutigkeit sowie der Frage, wie dieses Vermögen gemeinschaftlich genutzt werden kann, beschäftigt sich das neue Medienkunst-Festival der Stadt Wien mit dem Titel "The Future of Demonstration", das erstmalig von 31. Oktober bis 11. November 2017 in Wien stattfindet. Im Zentrum des Festivals stehen Interaktionen von Kunst, Technologie und Gesellschaft, die neue künstlerische Formate hervorbringen sollen. "Demonstration" wird dabei im Sinne der Pädagogik als "vorzeigen, unterrichten", der Technologie als "präsentieren, weiterentwickeln" und der Politik als "für etwas eintreten" verstanden. Es geht darum, wie neue technische und gesellschaftliche Entwicklungen forciert und weitergetrieben werden.

Im Radiokolleg wollen wir uns im Vorfeld des Festivals assoziativ dem Begriff "Vermögen" annähern. Im heutigen Verständnis wird der Begriff "Vermögen" meist für Geld oder geldwerten Besitz verwendet. Die relativ neue Disziplin der Vermögensforschung, die an der Sigmund Freud Universität in Wien sogar ein eigenes Institut erhalten hat, untersucht "Vermögen" jedoch in einem umfassenden Sinne, der auf Aristoteles, Immanuel Kant, Ernst Bloch oder Hanna Ahrendt verweist. Laut dem Begründer der Disziplin, Thomas Druyen, ist Vermögenskultur "die Förderung und Pflege von materiellen und immateriellen Werten, von Beziehungen und Netzwerken zum Schutze der individuellen, familiären, gesellschaftlichen und globalen Zukunftsfähigkeit." Es geht also nicht nur darum, was man hat (Geld, Immobilien, Talente, Fähigkeiten, Wissen), sondern auch und vor allem, was man damit zu tun vermag.

Das Medienkunstfestival "The Future of Demonstration" hat sich dafür fünf Themenfelder ausgesucht, die uns jetzt und in Zukunft beschäftigen werden: Wie können neue Medientechnologien die Menschen ermächtigen, für ihre Rechte einzutreten? Wie werden wir mit "dem Fremden" in Form von Künstlicher Intelligenz und Robotern umgehen? Wie können wir Ressourcen nutzen, ohne anderes Leben auszunutzen? Und was bedeutet Geld, Wert und Reichtum in Zeiten digital erzeugbarer Kryptowährungen?

Welches Vermögen wir haben, was wir mit unserem Haben und Wissen vermögen und welche Fragen wir damit bearbeiten könnten, diese Fragen stellt Sonja Bettel Künstler/innen, Wissenschafter/innen und Menschen mit Vermögen.


09:30 Radiokolleg – Wissenschaft unter Druck
Ungarn, USA, Türkei (2).
Gestaltung: Tanja Malle

In der Türkei wurden seit dem Putsch tausende Wissenschafter/innen entlassen oder auch verhaftet. In den USA entzieht Präsident Donald Trump jenen Forschungseinrichtungen Förderungen, die sein Weltbild herausfordern und bestärkt mit seinen Äußerungen und seiner Politik Impfgegner und Leugner des Klimawandels. Und in Ungarn hat das Parlament zuletzt ein Gesetz gegen ausländische Hochschulen beschlossen, das vor allem dazu dienen soll, die in den USA akkreditierte internationale Central European University in Budapest auszuschalten. Diese wurde und wird zu einem großen Teil von George Soros finanziert – einem Kritiker von Ungarns Premier Viktor Orbán. Auch andere europäische Länder haben Maßnahmen gesetzt, die dem Grundsatz von der Freiheit der Wissenschaft zuwiderlaufen.

Der deutsche Klimawandelforscher Hans Joachim Schellnhuber spricht angesichts dieser Entwicklungen in einem Gespräch mit der deutschen Wochenzeitung Die Zeit von "postfaktischem Nationalpopulismus" und "einem Angriff auf die Aufklärung". Einige der Folgen: Eine zunehmende Wissenschaftsskepsis, aber auch ein verstärkter Brain Drain aus jenen Ländern, in denen die Wissenschaft unter Druck gerät. Eine Berliner Initiative hat sich daher zum Ziel gesetzt, die erste türkische Exiluniversität zu gründen – für Forscher/innen, die ihr Heimatland, die Türkei, verlassen mussten. Was aber sind die Gründe und Motive für die zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit, wie können und sollen aufgeklärte Gesellschaften damit umgehen und was kann die Wissenschaft selbst dazu beitragen, das Vertrauen in sie wieder zu stärken? Das Radiokolleg spricht mit Forscherinnen, die politischem Druck ausgesetzt sind und Personen und Initiativen, die sich für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung einsetzen.


09:45 Radiokolleg – Die Harfe
Zwischen Engelsklang und Teufelswerk (2).
Gestaltung: Verena Gruber

Die Harfe ist ein Instrument der Superlative: Sie ist eines der ältesten Instrumente der Menschheit, sie ist eines der größten und schwersten im Orchester, sie ist eines der teuersten und sperrigsten. Lange hatte sie mit dem Image zu kämpfen, lediglich ein Instrument mit Engelsklang zu sein, das begleitende Funktion hat und im Hintergrund agiert.

Aus diesem Nischendasein hat sie vor allem einer geholt. Der Franzose Xavier de Maistre, mit 25 Soloharfenist der Wiener Philharmoniker. Er ist mittlerweile ein Weltstar auf der Harfe, er spiel Soli in renommierten Orchestern, Komponisten schreiben für ihn Harfenkonzerte, er wurde mit diversenen Preisen ausgezeichnet.

Jenseits der Klassikszene hatte die Harfe immer schon den Nimbus der Vielfältigkeit und gilt als ein Instrument, das laut und kraftvoll sein kann. Der senegalesische Musiker Seckou Keita oder der kolumbianische Jazzmusiker Edmar Castaneda zum Beispiel haben die Harfe ins Rampenlicht geholt.

Die Radiokolleg-Reihe "Die Harfe" porträtiert das Instrument mit seinen vielfältigen Klangmöglichkeiten jenseits von Engelsklängen. Einige der großen Harfenistinnen und Harfenisten aus verschiedenen Genres kommen zu Wort.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Richard Wagners erster großer Bühnenerfolg: "Rienzi, der letzte der Tribunen".
Gestaltung: Robert Fontane

Vor 175 Jahren, am 20. Oktober 1842 ist in Dresden Richard Wagners große tragische Oper "Rienzi" erstmals über die Bühne gegangen, ein Werk basierend auf einem Roman des englischen Schriftstellers Edward Bulwer-Lytton rund um Aufstieg und Niedergang des spätmittelalterlichen römischen Volkstribuns Cola di Rienzi. Es war der erste große Erfolg des Komponisten, dem Wagner in gewisser Weise auch seine darauf erfolgende Berufung zum Kapellmeister an die Dresdner Oper verdankt hat.

Den späteren Musikdramatiker und Neuerer Richard Wagner konnte man in dieser Oper allerdings einstweilen höchstens erahnen, das Werk orientiert sich in Aufbau und Anlage noch an der pompösen Form der Grand-Opera à la Meyerbeer oder Halévy – dies allerdings von Wagner wirkungsvoll und mit Sinn für Bühnen-Dramatik umgesetzt – was den Dirigenten Hans von Bülow zum berühmten (allerdings auch Meyerbeer total verkennenden) Bonmot von "Rienzi" als "Meyerbeers bester Oper" veranlasst hat.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Wenig Schlaf" und "Medi Winter" von Michael Köhlmeier. Es liest der Autor.
Gestaltung: Gudrun Hamböck

In seinem Stammcafé auf einen Max wartend, unterhält sich der Erzähler mit anderen Gästen und mit Herrn Alfred, dem Ober. Das ist der Rahmen von 154 Geschichten, die Michael Köhlmeier in seinem Band "Mitten auf der Straße" erzählt. Zwei davon sind in der Sendung zu hören.

In "Wenig Schlaf" quartiert sich Waltraud, die "Spitzmaus" aus der Schulzeit, neben verkehrsreichen Straßen ein, weil sie in der Stille keinen Schlaf finden kann.

In "Medi Winter" erlebt die 60jährige Medi während einer Amerika-Reise einen one night stand mit einem Unbekannten ihres Alters, der sie an ihren toten Geliebten erinnert. Unverbindliche Erotik wird zur Spielfläche der Erinnerung.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Irene Suchy.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Renaud Capuçon, Violine; Khatia Buniatishvili, Klavier. Antonin Dvorak: Romantische Stücke für Violine und Klavier op. 75 * Edvard Grieg: Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 c-Moll op. 45 * César Franck: Sonate für Violine und Klavier A-Dur (aufgenommen am 9. Juli auf der Wartburg in Eisenach im Rahmen des MDR Musiksommers 2017)

Ein durch und durch romantisches Programm haben zwei Ausnahmekünstler im Gepäck, die zu einem musikalischen Gipfeltreffen auf die Wartburg laden: Gar nicht so oft haben Renaud Capuçon und Khatia Buniatishvili die Gelegenheit, zusammen zu musizieren, und genießen selbst die Spontaneität und unglaubliche Frische, die jedes ihrer künstlerisches Zusammentreffen umweht.

Die Grande Dame Martha Argerich hatte genau den richtigen Riecher, als sie das Duo zusammenbrachte. Inzwischen ist dessen erste CD erschienen und präsentiert wie an diesem Konzertabend auch die lichte und sinnliche Sonate von César Franck, in der Renaud Capuçon ein Sinnbild für seine musikalische Partnerschaft mit Khatia Buniatishvili sieht: "In dieser Sonate steckt die schiere Freude am Zusammenspiel!"
(MDR Klassik)


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
In deinem Brustkorb steht das Gras schon bis zum Himmel. Der schwedische Schriftsteller Steve Sem-Sandberg.
Feature von Alfred Koch

Der Schwede Steve Sem-Sandberg schreibt keine Bücher, die man zum Vergnügen liest. "Über unterhaltsame Dinge kann jeder schreiben", sagt der Schriftsteller, der sich in seinen Büchern lieber mit der dunklen Seite der Geschichte beschäftigt.

2011 erschien sein Roman "Die Elenden von Lodz", ein Buch über das zweitgrößte jüdische Getto in Polen während der Nazi-Zeit. Ein monumentales 700 Seiten-Epos, halb Dokumentation, halb literarische Fiktion, das international für Aufsehen sorgte und als virtuoses Meisterwerk gepriesen wurde.

Mit der Präzision eines Historikers und den Freiheiten eines Schriftstellers, so befand die Kritik, gelingt es Sem-Sandberg, sich in Opfer und Täter gleichermaßen hineinzudenken und so einer Zeit, über die schon alles gesagt schien, neue Dimensionen abzugewinnen.

Der Roman "Die Elenden von Lodz", an dem Sem-Sandberg sieben Jahre lang schrieb, entstand in Wien, wo der Schwede seit vielen Jahren lebt. Dort spielt auch sein bislang letzter Roman, "Die Erwählten", in dem er die Verbrechen der Nationalsozialisten an Kindern in der Heil- und Pflegeanstalt "Am Steinhof" beschreibt.

Ein kompromissloses, minutiös recherchiertes und schonungsloses Buch über kranke und behinderte Kinder, die in den Pavillons "am Spiegelgrund" von Ärzten und Krankenschwestern getötet, sadistisch erniedrigt und schmerzhaften Torturen ausgesetzt wurden. Auch in diesem Roman versetzt sich Sem-Sandberg nicht nur in Opfer, in die gequälten Kinder, die sich in einer ausweglosen Situation in Fantasien hinein zu retten versuchen, sondern er denkt sich mit gleicher Empathie in die Täter hinein. Wie konnten sie das tun, was sie taten?


16:45 Heimspiel
Die Woche im RadioKulturhaus


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Oktoberrevolution. Das größte gesellschaftliche Experiment des 20. Jahrhunderts. Mit Verena Moritz, Historikerin und Publizistin.
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller und Robert Weichinger

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges setzten in Russland politische und gesellschaftliche Umwälzungen ein, die die Geschichte und Kultur des Landes bis heute prägen. Der als "Oktoberrevolution" bezeichneten Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki unter dem aus dem Schweizer Exil zurückgekehrten Wladimir Iljitsch Lenin am 25. Oktober 1917 (7. November nach dem gregorianischen Kalender) war im Februar ein folgenschwerer landesweiter Aufstand vorausgegangen.

Die so genannte "Februarrevolution", ausgelöst von politischen und wirtschaftlichen Krisen, hatte mit Hungerrevolten und Demonstrationen unter anderem in Petrograd (St. Petersburg) begonnen und schließlich zur Abdankung des Zaren Nikolaus II. und zur Beendigung der Zarenherrschaft geführt. Es kam zu Übergangsregierungen unter Georgi Lwow und, ihm folgend, unter Alexander Kerenski.

Mit den Arbeiter- und Soldatenräten (Sowjets) stand ihnen ein einflussreicher Machtfaktor gegenüber. Der bewaffnete Aufstand der Bolschewiki beseitigte auch das "Februarregime", Lenin rief die "Sozialistische Sowjetrepublik" mit einem Rat von Volkskommissaren aus, Russland leitete Friedensverhandlungen mit den Mittelmächten ein. Was folgte war ein mehrjähriger Bürgerkrieg zwischen der "Roten Armee" der Bolschewiki und deren Hauptgegner, der "Weißen Armee".

Die antibolschewistische Opposition schloss Gruppierungen linker Kräfte ebenso ein wie Liberale und Konservative. Der von Terror beider Seiten gegen die Bevölkerung und von antisemitischen Pogromen bestimmte Krieg endete mit der Niederlage der Weißen, während in Teilen des Landes 1920/21 eine Hungerkatastrophe ausbrach, der mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen. Im Dezember 1922 wurde im Machtausbau der Bolschewiki die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken UdSSR begründet.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Auf der Suche nach dem verräterischen Klang
Von Anna Masoner

Wer ist der maskierte Erpresser auf dem Video, der seine Lösegeldforderung ins Mikrofon nuschelt? Von wem stammen die Stimmen im Hintergrund eines Mordopfers bei seinem letzten Anruf? Kann man hören, ob Polizisten nicht mit Gummi sondern mit scharfer Munition geschossen haben? – Solchen Fragen widmet sich die akustische Forensik, ein Teilgebiet der Kriminaltechnik.

Mit spezieller Software oder auch nur erfahrenen Ohren können Forensiker/innen aus Sprachaufnahmen und Klangumgebungen wichtige Indizien herausfiltern. Doch wie verlässlich sind diese wissenschaftlichen Methoden? Denn eine Stimme verändert sich, je nach Stimmungslage und Lautstärke – und mit dem Alter. – Über Möglichkeiten und Grenzen eines faszinierenden Forschungszweiges.


19:30 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Cornelius Meister; Khatia Buniatishvili, Klavier. Thomas Daniel Schlee: Spes unica op. 72 (2009) * Piotr Iljitsch Tschaikowsky: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23 * Dmitri Schostakowitsch: Symphonie Nr. 12 d-Moll op. 112, "Das Jahr 1917" (aufgenommen am 19. Oktober im Großen Konzerthaussaal in Wien in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Johannes Leopold Mayer


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Vermögen. Was wir können, wenn wir haben, was wir brauchen (2).
Gestaltung: Sonja Bettel

Wissenschaft unter Druck. Ungarn, USA, Türkei (2).
Gestaltung: Tanja Malle

Die Harfe. Zwischen Engelsklang und Teufelswerk (2).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zum 60. Geburtstag von Thomas Daniel Schlee.
Gestaltung: Johannes Leopold

Mayer Er ist als ausübender Musiker und Musikorganisator ein vielfach Erfahrener. Aus dieser Position ergibt sich auch für den Komponisten ständig die Frage, auf welcher Grundlage er mit seinem Werk an ein Publikum herantritt. Für Thomas Daniel Schlee, der u.a. bei Olivier Messiaen studiert hat, ist dies ohne Einschränkung sein christlicher Glaube. Über dessen Wahrheiten in Tönen nachzudenken, das weist dem Komponisten die Richtung, in welche er sich dann aufzubrechen er sich bereit erklärt.

Dieses Fundament macht aus ihm selbstredend keinen Fundamentalisten, weder in geistiger noch in ästhetischer Hinsicht, sondern einen überlegt und kritisch handelnden Menschen und Künstler.

Dies macht sich in seinen Orgelwerken in besonders nachhaltiger Weise hörbar, weil hier auch ein Virtuose des Instrumentes am Werk ist, sodass diese Musik den Interpretierenden ein nachgerade ideales Grundgerüst für die eigene Herangehensweise geboten wird. Dass die Wiener Universität für Musik ihre Hommage an Schlee das Motto "Das Ohr als höchste Instanz" gab, stellte den jungen Interpretierenden denn auch die Aufgabe, die Musik als sinnliches Hörerlebnis zu gestalten. Am 26. Oktober 2017 feiert Schlee seinen 60. Geburtstag.
 

*


Mittwoch, 25. Oktober 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Eine Reise ins Leben". Saskia Jungnikl, österreichische Journalistin und Autorin, redet darüber, wie man weitermachen kann, wenn man Menschen verliert und anderen in ihrer Trauer helfen kann.
Gestaltung: Alexandra Mantler

Saskia Jungnikl verliert früh ihren Bruder, wenige Jahre später tötet sich ihr Vater. Diese plötzlichen Schicksalsschläge mehren ihre Furcht vor dem Tod und das Wissen um die Fragilität des Lebens. Um die Angst zu verlieren beschäftigt sie sich damit, was das Leben in seiner Besonderheit ausmacht und warum jeder Moment kostbar ist. Sie spricht darüber, warum der Mensch überhaupt sterben muss und ob der Wunsch nach dem ewigen Leben je Realität werden kann. Und sie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Tod und Glaube, wie das Leben nach dem Tod in der Philosophie behandelt wird und wie sich unsere Bestattungskultur verändert.

Wenn man Menschen verliert, die man liebt, verändert einen das. Jungnikl redet darüber, wie man weitermachen kann und wie man Menschen helfen kann, die in ihrer Trauer Hilfe brauchen. Der Tod macht Angst, aber er kann auch zeigen, dass jeder Tag zählt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Vermögen
Was wir können, wenn wir haben, was wir brauchen (3).
Gestaltung: Sonja Bettel

Im Jahr 2017 unserer Zeitrechnung stehen wir auf dem Planeten Erde vor einer Fülle an Problemen und Herausforderungen. Wir haben aber auch eine Menge Wissen und Ressourcen, um diese zu meistern. Man könnte auch sagen, wir haben eine Menge Vermögen – in mehrfachem Wortsinn. Mit dem Begriff "Vermögen" in seiner Mehrdeutigkeit sowie der Frage, wie dieses Vermögen gemeinschaftlich genutzt werden kann, beschäftigt sich das neue Medienkunst-Festival der Stadt Wien mit dem Titel "The Future of Demonstration", das erstmalig von 31. Oktober bis 11. November 2017 in Wien stattfindet. Im Zentrum des Festivals stehen Interaktionen von Kunst, Technologie und Gesellschaft, die neue künstlerische Formate hervorbringen sollen. "Demonstration" wird dabei im Sinne der Pädagogik als "vorzeigen, unterrichten", der Technologie als "präsentieren, weiterentwickeln" und der Politik als "für etwas eintreten" verstanden. Es geht darum, wie neue technische und gesellschaftliche Entwicklungen forciert und weitergetrieben werden.

Im Radiokolleg wollen wir uns im Vorfeld des Festivals assoziativ dem Begriff "Vermögen" annähern. Im heutigen Verständnis wird der Begriff "Vermögen" meist für Geld oder geldwerten Besitz verwendet. Die relativ neue Disziplin der Vermögensforschung, die an der Sigmund Freud Universität in Wien sogar ein eigenes Institut erhalten hat, untersucht "Vermögen" jedoch in einem umfassenden Sinne, der auf Aristoteles, Immanuel Kant, Ernst Bloch oder Hanna Ahrendt verweist. Laut dem Begründer der Disziplin, Thomas Druyen, ist Vermögenskultur "die Förderung und Pflege von materiellen und immateriellen Werten, von Beziehungen und Netzwerken zum Schutze der individuellen, familiären, gesellschaftlichen und globalen Zukunftsfähigkeit." Es geht also nicht nur darum, was man hat (Geld, Immobilien, Talente, Fähigkeiten, Wissen), sondern auch und vor allem, was man damit zu tun vermag.
Das Medienkunstfestival "The Future of Demonstration" hat sich dafür fünf Themenfelder ausgesucht, die uns jetzt und in Zukunft beschäftigen werden: Wie können neue Medientechnologien die Menschen ermächtigen, für ihre Rechte einzutreten? Wie werden wir mit "dem Fremden" in Form von Künstlicher Intelligenz und Robotern umgehen? Wie können wir Ressourcen nutzen, ohne anderes Leben auszunutzen? Und was bedeutet Geld, Wert und Reichtum in Zeiten digital erzeugbarer Kryptowährungen?
Welches Vermögen wir haben, was wir mit unserem Haben und Wissen vermögen und welche Fragen wir damit bearbeiten könnten, diese Fragen stellt Sonja Bettel Künstler/innen, Wissenschafter/innen und Menschen mit Vermögen.


09:30 Radiokolleg – Wissenschaft unter Druck
Ungarn, USA, Türkei (3).
Gestaltung: Tanja Malle

In der Türkei wurden seit dem Putsch tausende Wissenschafter/innen entlassen oder auch verhaftet. In den USA entzieht Präsident Donald Trump jenen Forschungseinrichtungen Förderungen, die sein Weltbild herausfordern und bestärkt mit seinen Äußerungen und seiner Politik Impfgegner und Leugner des Klimawandels. Und in Ungarn hat das Parlament zuletzt ein Gesetz gegen ausländische Hochschulen beschlossen, das vor allem dazu dienen soll, die in den USA akkreditierte internationale Central European University in Budapest auszuschalten. Diese wurde und wird zu einem großen Teil von George Soros finanziert – einem Kritiker von Ungarns Premier Viktor Orbán. Auch andere europäische Länder haben Maßnahmen gesetzt, die dem Grundsatz von der Freiheit der Wissenschaft zuwiderlaufen.

Der deutsche Klimawandelforscher Hans Joachim Schellnhuber spricht angesichts dieser Entwicklungen in einem Gespräch mit der deutschen Wochenzeitung Die Zeit von "postfaktischem Nationalpopulismus" und "einem Angriff auf die Aufklärung". Einige der Folgen: Eine zunehmende Wissenschaftsskepsis, aber auch ein verstärkter Brain Drain aus jenen Ländern, in denen die Wissenschaft unter Druck gerät. Eine Berliner Initiative hat sich daher zum Ziel gesetzt, die erste türkische Exiluniversität zu gründen – für Forscher/innen, die ihr Heimatland, die Türkei, verlassen mussten. Was aber sind die Gründe und Motive für die zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit, wie können und sollen aufgeklärte Gesellschaften damit umgehen und was kann die Wissenschaft selbst dazu beitragen, das Vertrauen in sie wieder zu stärken? Das Radiokolleg spricht mit Forscherinnen, die politischem Druck ausgesetzt sind und Personen und Initiativen, die sich für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung einsetzen.


09:45 Radiokolleg – Die Harfe
Zwischen Engelsklang und Teufelswerk (3).
Gestaltung: Verena Gruber

Die Harfe ist ein Instrument der Superlative: Sie ist eines der ältesten Instrumente der Menschheit, sie ist eines der größten und schwersten im Orchester, sie ist eines der teuersten und sperrigsten. Lange hatte sie mit dem Image zu kämpfen, lediglich ein Instrument mit Engelsklang zu sein, das begleitende Funktion hat und im Hintergrund agiert. Aus diesem Nischendasein hat sie vor allem einer geholt. Der Franzose Xavier de Maistre, mit 25 Soloharfenist der Wiener Philharmoniker. Er ist mittlerweile ein Weltstar auf der Harfe, er spiel Soli in renommierten Orchestern, Komponisten schreiben für ihn Harfenkonzerte, er wurde mit diversenen Preisen ausgezeichnet.

Jenseits der Klassikszene hatte die Harfe immer schon den Nimbus der Vielfältigkeit und gilt als ein Instrument, das laut und kraftvoll sein kann. Der senegalesische Musiker Seckou Keita oder der kolumbianische Jazzmusiker Edmar Castaneda zum Beispiel haben die Harfe ins Rampenlicht geholt.

Die Radiokolleg-Reihe "Die Harfe" porträtiert das Instrument mit seinen vielfältigen Klangmöglichkeiten jenseits von Engelsklängen. Einige der großen Harfenistinnen und Harfenisten aus verschiedenen Genres kommen zu Wort.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Nadja Kayali. Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett D-Dur KV 499, "Hoffmeister" (Hagen Quartett)

Als Mozarts Streichquartett in D-Dur 1786 beim Verlag Hoffmeister erscheint, ist es – im Gegensatz zur üblichen Dreiergruppe – eine einzelne Quartettkomposition, die herausgebracht wird. Damit verfolgte der Verleger ein neues Konzept. Neuheiten finden sich auch in der Komposition selbst, die aber auch u.a. auf Mozarts eigene Musik als Zitat zurückgreift.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Boštjans Flug" von Florjan Lipuš. Aus dem Slowenischen übersetzt von Johann Strutz. Es liest Paul Matic.
Gestaltung: Gudrun Hamböck

Bevor die Gendarmen Boštjans Mutter verhaften, umkreisen sie die Hütte, eine Bewegung, die das zurückgelassene Kind verloren nachvollzieht und die eine einst vertraute Landschaft für immer verändert.

Die Mutter wird verhaftet, weil sie slowenischen Partisanen Brot gegeben hat. Die beiden Kinder und die sterbenskranke Großmutter bleiben in der einsamen Hütte in einem Karawanken-Graben zurück. Der Vater dient irgendwo in Europa Hitler als Soldat. Er kommt als gebrochener Mann nach Hause, heiratet aber wieder. Ihre Mutter sehen die Kinder nicht mehr, sie wird im KZ Ravensbrück ermordet.

Der 1937 geborene Florjan Lipuš, Kärntner Schriftsteller slowenischer Sprache, hat seine traumatischen Kindheitserfahrungen in allen seinen längeren Texten zur Sprache gebracht, so in seinem ersten Roman "Der Zögling Tjaž", der 1972 im jugoslawischen Slowenien erschien – in der Übersetzung von Peter Handke und Helga Mracnikar dann erstmals 1981 in Österreich. Auch "Boštjans Flug", 2003 im Original und 2005 in deutscher Sprache erschienen, handelt von einer bitteren Kindheit. Doch während der Zögling Tjaž an den Zurichtungen eines katholischen Internats zugrunde geht, wird Boštjan durch die Liebe gerettet, die in Gestalt des Mädchens Lina als epiphanischer Moment in die von Verlust und Naturgewalt magisch verformte Welt des Jungen einbricht.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Eva Teimel.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Orchestre de Chambre de Lausanne, Dirigent: Arie van Beek; Daniel Müller-Schott, Violoncello. Sergej Prokofjew: Sinfonia Concertante e-Moll op. 125 * Piotr Iljitsch Tschaikowsky: Orchestersuite Nr. 4 G-Dur op. 61, "Mozartiana" * Dmitri Schostakowitsch: Jazz Suite Nr. 2 (aufgenommen am 4. Oktober im Bâtiment des Forces Motrices, Genf).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Oktoberrevolution. Das größte gesellschaftliche Experiment des 20. Jahrhunderts. Mit Verena Moritz, Historikerin und Publizistin.
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller und Robert Weichinger

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges setzten in Russland politische und gesellschaftliche Umwälzungen ein, die die Geschichte und Kultur des Landes bis heute prägen. Der als "Oktoberrevolution" bezeichneten Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki unter dem aus dem Schweizer Exil zurückgekehrten Wladimir Iljitsch Lenin am 25. Oktober 1917 (7. November nach dem gregorianischen Kalender) war im Februar ein folgenschwerer landesweiter Aufstand vorausgegangen.

Die so genannte "Februarrevolution", ausgelöst von politischen und wirtschaftlichen Krisen, hatte mit Hungerrevolten und Demonstrationen unter anderem in Petrograd (St. Petersburg) begonnen und schließlich zur Abdankung des Zaren Nikolaus II. und zur Beendigung der Zarenherrschaft geführt. Es kam zu Übergangsregierungen unter Georgi Lwow und, ihm folgend, unter Alexander Kerenski.

Mit den Arbeiter- und Soldatenräten (Sowjets) stand ihnen ein einflussreicher Machtfaktor gegenüber. Der bewaffnete Aufstand der Bolschewiki beseitigte auch das "Februarregime", Lenin rief die "Sozialistische Sowjetrepublik" mit einem Rat von Volkskommissaren aus, Russland leitete Friedensverhandlungen mit den Mittelmächten ein. Was folgte war ein mehrjähriger Bürgerkrieg zwischen der "Roten Armee" der Bolschewiki und deren Hauptgegner, der "Weißen Armee".

Die antibolschewistische Opposition schloss Gruppierungen linker Kräfte ebenso ein wie Liberale und Konservative. Der von Terror beider Seiten gegen die Bevölkerung und von antisemitischen Pogromen bestimmte Krieg endete mit der Niederlage der Weißen, während in Teilen des Landes 1920/21 eine Hungerkatastrophe ausbrach, der mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen. Im Dezember 1922 wurde im Machtausbau der Bolschewiki die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken UdSSR begründet.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:30 Klartext
mit Klaus Webhofer


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Johannes Leopold Mayer. Innsbrucker Festwochen 2017. Aus dem Leben des Erzherzogs. Peter Waldner, Organo di legno & Claviorganum (aufgenommen am 13.8. in der Silbernen Kapelle der Innsbrucker Hofkirche)


21:00 Salzburger Nachtstudio
Humanismus. Transhumanismus. Posthumanismus
Gestaltung: Elisabeth J. Nöstlinger

Die unerträgliche Leichtigkeit des Cyber-Seins ist verführerisch. Avatare ermöglichen vielfältige Persönlichkeitsvorstellungen, Cyborgs eröffnen die Welt der Mischwesen, Zombies die Realisierung von Frankenstein, und Klone versprechen das ewige Leben. Es lebe das multiple Selbst!

Lange Zeit wurde der humanistisch gebildeten Mensch als weiß, männlich, selbstbewusst, rational und eurozentristisch beschrieben. Nun hat er einem nomadischen Menschenbild Platz gemacht. Nicht mit sich selbst identisch, kollektiv und kosmopolitisch, ist es vielfältig vernetzt. Mit Menschen und der Natur. Im Zentrum der "Posthumanen Verwicklung" (so die Philosophin Rosi Braidotti) steht die menschliche Weiterentwicklung. Robotik, Prothesentechnik, Neurowissenschaften bis hin zu biogenetischem Kapital und wolkigen New Age Visionen sind die Hilfsmittel eines Transhumanismus und einer Technotranszendenz.

Elisabeth J. Nöstlinger geht mit den Diskussionsteilnehmern des City Science Talks der Frage nach, was vom traditionellen Humanismus geblieben ist und was denn das Posthumane sei: Eine Herausforderung für die Kulturtheorie, oder nur der letzte Schrei in einer Serie modischer "Post"ismen?


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Vermögen. Was wir können, wenn wir haben, was wir brauchen (3).
Gestaltung: Sonja Bettel

Wissenschaft unter Druck. Ungarn, USA, Türkei (3).
Gestaltung: Tanja Malle

Die Harfe. Zwischen Engelsklang und Teufelswerk (3).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin. Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen.
Gestaltung: Reinhard Kager
 

*


Donnerstag, 26. Oktober 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 und 07:00 Uhr Nachrichten


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Gestaltung: Jörg Duit


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Ich bin nicht altersmilde sondern zornig
Lukas Resetarits über Aufbruch, Wertekanon und positiv besetzte Zielvorgaben.
Gestaltung: Silvia Lahner

"Nicht die Modernisierung ist der Feind, sondern die Automatisierung, die Menschen aus ihrer Arbeit drängt", sagt Lukas Resetarits in seinem aktuellen 26ten Programm, in dem es gleichermaßen um die 1970er Jahre wie auch um seinen 70. Geburtstag geht. Aufbruch ist der gemeinsame Nenner, der die Reflexionen des Künstlers Jahrgang 1947 mit den 1970ern verbindet.

"Ich mache mir Gedanken, weil das mein Beruf ist", sagt Lukas Resetarits, der seit 1977 als Solokabarettist auf der Bühne steht. Den Subjekten seiner satirischen Analysen ist er stets in die Rolle des sozial schlechter gestellten Zeitgenossen begegnet. Eine Tradition, die er vom Kabarett der Zwischenkriegszeit, von den Roten Spielern, übernommen hat. "Mein Schmäh ist, dass auch ich auf der Bühne der Blöde bin, der in die Falle tappt", sagt Resetarits.

Obwohl Lukas Resetarits durchaus positive Erinnerungen an die 1970er Jahre hat, nostalgische Gefühle hinsichtlich der guten, alten Zeit kommen bei ihm nicht auf. Ganz im Gegenteil: früher war nicht alles besser. "Wäre ich 1977 so alt gewesen, wie ich es heute bin, hätte ich zwei Weltkrieg miterlebt, einen als Kind und den anderen an der Front", sagt Resetarits. Sein Ärger richtet sich gegen Ungerechtigkeiten, seine Hoffnung für die nächste Generation: ein gemeinsamer Aufbruch, der die positive Veränderung zum Ziel hat.


10:00 Nachrichten


10:05 Hörbilder Spezial
"Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?" Fritz Löhner-Beda: Der Operetten-, Kabarett- und Schlagertexter zählte zu den schillerndsten Figuren im Wien der 20erJahre, vor 75 Jahren fand seine Karriere ein jähes Ende.
Feature von Barbara Denscher

Er war eine der schillerndsten Figuren im Wien der 20er und frühen 30er Jahre: Fritz Löhner-Beda, ein gelernter Jurist, der sich mit kritischen Kabarettstücken und satirischen Gedichten einen Namen gemacht hatte und der sich mit seinen Operetten- und Schlagertexten ein Vermögen erschrieb. Löhner-Beda textete die großen Hits seiner Zeit – vom "Schwarzen Zigeuner" bis zu "Es geht die Lou lila" – und er verfasste die Libretti zu etlichen Lehar-Operetten.

1938 kam Löhner-Beda mit einem der ersten Gefangenentransporte nach Dachau, später nach Buchenwald. Dort entstand sein letzter Text, das "Buchenwald-Lied", vertont von Mithäftling Hermann Leopoldi. Am 4. Dezember 1942 starb Fritz Löhner-Beda im KZ.

Technik: Brigitte Rottenbacher, Wolfgang Fahrner


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee
Chamber Orchestra of Europe, Dirigent: Bernard Haitink; Anna Lucia Richter, Sopran; Christian Gerhaher, Bariton. Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie C-Dur KV 425, "Linzer" * Gustav Mahler: Ausgewählte Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn" (aufgenommen am 13. August im Kultur- und Kongresszentrum Luzern im Rahmen des "Lucerne Festival 2017")

Gustav Mahler war zeitlebens ein passionierter Leser, der sich auf dem Olymp der Literatur ganz zuhause fühlte. Wenn er aber Lieder komponierte, dann vertonte er nicht etwa Goethe, Eichendorff oder Heine, sondern griff lieber zu den Volksdichtungen aus der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn". Warum? Weil Mahler glaubte, dass diese Gedichte die menschlichen Gefühle und Stimmungen unverfälscht und authentisch zum Ausdruck bringen, weil er sie also für "Lyrik aus erster Hand" hielt.

In seinen beiden Konzerten mit dem Chamber Orchestra of Europe stellt Bernard Haitink das Liedschaffen Mahlers in den Mittelpunkt. Für die grandiosen Wunderhorn-Lieder, die zwischen abgrundtiefer Trauer, Rebellion und Humoreske pendeln, hat er mit Christian Gerhaher, dem ingeniösen Mahler-Interpreten, und der jungen Sopranistin Anna Lucia Richter, die bereits mit Mahlers Vierter und Achter Sinfonie das Luzerner Publikum begeisterte, zwei begnadete Liedsänger für das Projekt gewinnen können. Und koppeln wird er Mahler mit Mozart: zum Auftakt mit der Linzer Sinfonie.
(Lucerne Festival)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Chamber Orchestra of Europe, Dirigent: Bernard Haitink. (aufgenommen am 13. August im Kultur- und Kongresszentrum Luzern im Rahmen des "Lucerne Festival 2017")


13:00 Ö1 Feiertagsjournal


13:10 Das Ö1 Küchenradio


14:00 Nachrichten


14:05 Selten wie ein Feiertag
Diesmal zu Gast ist Manfred Hofer, ehemaliger Tonmeister im ORF Landesstudio Salzburg.
Gestaltung: Nicole Brunner

Was an Werktagen der Arbeitsplatz von Musikredakteur/innen ist, mögen an Feiertagen ausgewählte Gäste auskosten und die ORF-Archive nach Unentdecktem oder selten Gespieltem durchforsten. So wie Gastkurator/innen aus dem Fundus existierender Sammlungen neue Ausstellungen kreieren, lassen geladene Kenner/innen die Schätze des Ö1 Archivs in neuen Zusammenstellungen glänzen.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Operette
Hilde Güden im Reich der leichten Muse
Werke von Johann Strauss, Franz Lehàr, Emmerich Kálmán, Robert Stolz, Ivor Novello, u.a.
Gestaltung: Michael Blees

Vor allem als Mozart- und Richard Strauss-Interpretin, aber auch mit italienischen und französischen Opernpartien wurde die Wiener Sopranistin Hilde Güden in Europa und Amerika in den 1950er- und 1960er-Jahren gefeiert, begonnen hatte ihre Karriere aber in den späten 1930ern im Reich der Operette, im Wiener Scala-Theater und an der Volksoper Wien. Arriviert zum internationalen Star der Opernwelt hat die Sängerin zwar an vielen Bühnen (auch an der Wiener Staatsoper und der New Yorker Met) die Rosalinde in der "Fledermaus" verkörpert, ansonsten hat die Operette aber in ihrem Bühnenrepertoire weitgehend gefehlt. Im Studio dagegen wirkte sie häufig in Produktionen der "Leichten Muse" mit – und manche ihrer Einspielungen in diesem "Fach-Bereich" gehören bis heute dank der eleganten Raffinesse ihres Vortrags und ihres cremig individuellen Timbres wegen zu den Klassikern der Aufnahmegeschichte.


16:00 Literatur am Feiertag
"Liebeserklärung an einen Autor." Julian Schutting zum 80. Geburtstag.
Gestaltung: Eva Schobel

Er ist einer der genauesten Beobachter unter den österreichischen Autoren, und ein großer Poet auch in seiner Prosa. Julian Schutting ist Autor von mehr als 50 Büchern, und ausgezeichnet unter anderem als Anton-Wildgans-, Georg-Trakl- und Gert-Jonke-Preisträger. Zum Abschluss des Programmschwerpunkts zu Julian Schuttings 80. Geburtstag sprechen persönliche WeggefährtInnen und KennerInnen seines Werks.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Radio Rock Revolution.
Gestaltung: Elke Tschaikner und Peter Rapp Radio

Caroline hieß das erste Privatradio in Großbritannien. Der Piratensender für Rock- und Popfans sendete ab 1964 von einem Schiff aus, von der MV Fredericia, die unter panamischer Flagge in der Nordsee ankerte. Bevor sich in Österreich ab 1967 der Sender Ö3 um die Rockmusik zu kümmern begann, war Radio Caroline auch hierzulande für viele musikaffine Menschen ein Draht zur internationalen popkulturellen Gegenwart. Einer, der von Radio Caroline fasziniert war, ist Peter Rapp, der in diesen Spielräumen über die Leidenschaft zum Medium Radio und zur Musik erzählen wird.


17:57 Ö1 heute


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Mit.Schnitt
Musik aus dem RadioKulturhaus. Präsentiert von Jörg Duit

Die 28-jährige Carolina Fernández aka "La Chispa" (Funke) gilt als neue Hoffnungsträgerin des internationalen Flamenco und gab im Großen Sendesaal des RadioKulturHauses ihr Österreich-Debüt.
Kritiker loben ihre Stimme und sind von ihrem Ausdruck und ihrer Klangfarbe begeistert. Stilistisch hat sich Carolina Fernández den "Bulerías" verschrieben, einer der populärsten und vielseitigsten Musikformen des Flamenco. Die "Bulerías" sind ausgelassen, ihr Rhythmus ist extrem rasant und sie gelten als die ideale Musik- und Tanzbegleitung zu fröhlichen Festen.


19:00 Nachrichten


19:05 Philosophie Pur – Ich revoltiere, also sind wir
Ein Hörstück zum österreichischen Nationalfeiertag nach Gerd Bergfleths Essay "Theorie der Revolte".
Gestaltung: Alexander Tschernek und Kerstin Schütze

Es ist ein Kennzeichen der heutigen Revolte, daß sie weitgehend ein Phänomen der Einsicht ist … Aber in einer Zeit, die gekennzeichnet ist durch den umfassenden Zusammenbruch der Normen des Zusammenlebens, von Revolte zu sprechen, scheint paradox zu sein. Denn wenn die Gesamtgesellschaft sich einem Produktionswahn verschrieben hat, wenn der Einzelne seine staatlich garantierte Freiheit als Aufforderung versteht, hemmungslos an diesem technokratischen Terror mitzuwirken, wenn die staatstragenden Technokraten ihre ?Politik' als Krisenmanagement verkaufen, das sich von Katastrophe zu Katastrophe hangelt, wenn schließlich alle Gegenbewegungen, nichts erreichten: Wo soll da die Revolte eine Chance haben?


19:30 Franz Schubert: "Rosamunde, Fürstin von Zypern" D 797
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Nikolaus Harnoncourt; Arnold Schoenberg Chor; Wiebke Lehmkuhl, Alt (aufgenommen am 9. November 2014 im Großen Musikvereinssaal in Wien)


21:00 Im Gespräch
Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Ulrike Guérot, deutsche Politikwissenschafterin und Universitätsprofessorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems

Für Ulrike Guérot ist eines klar: Europa ist nicht das Problem, sondern es ist Teil der Lösung.

Die 1964 in Grevenbroich, einer Stadt nahe der holländischen Grenze geborene Politikwissenschafterin blickt in ihrer akademischen Arbeit schon lange über die Grenzen des Nationalstaates hinaus. Sie studierte und unterrichtete in Deutschland, Washington und New York.

Seit vielen Jahren ermutigt sie zur Gründung einer "Europäischen Republik", weil sie das aktuelle Staatensystem in Europa für überholt hält. Denn, so Guérot: wie sollte man aus Österreichern, Deutschen, Italienern, Tschechen, Ungarn und Iren Europäer machen?

Das Gespräch mit Renata Schmidtkunz findet eine Woche nach den Nationalratswahlen am 22. Oktober um 11.00 Uhr im Theater in der Josefstadt statt.


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Gestaltung: Jörg Duit


22:00 Nachrichten


22:05 Opus – das Musikkolloquium
"Dear Papa, how is you?" – Erich Wolfgang Korngold zum Gedenken.
Gestaltung: Renate Burtscher und Eva Teimel

In den zahlreichen neu entdeckten Korrespondenzen des Komponisten Erich Wolfgang Korngold, die 2017 im Mandelbaum Verlag von Lis Malina herausgegeben wurden, findet sich auch diese – vermutlich absichtlich – grammatikalisch falsch formulierte Frage des 15-jährigen Sohnes Schurli an den Vater: "Dear Papa, how is you?"

Die Briefe des Komponisten sind beredtes Zeugnis des Lebens einer aus Wien gebürtigen Künstlerfamilie, sie erzählen von der Liebe zwischen den Eheleuten, der Eifersucht der Eltern, den Refugien der Sommerfrische im Salzkammergut, von Flucht und Leben im Exil. Ergänzt werden die Zitate u.a. von Interviewausschnitten mit Enkelin Kathrin Korngold Hubbard und dem Leiter des exil.arte Zentrums der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien Gerold Gruber.
 

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Freitag, 27. Oktober 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Gedanken

(Wiederholung von 9:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Eine Reise ins Leben". Saskia Jungnikl, österreichische Journalistin und Autorin, redet darüber, wie man weitermachen kann, wenn man Menschen verliert und anderen in ihrer Trauer helfen kann.
Gestaltung: Alexandra Mantler

Saskia Jungnikl verliert früh ihren Bruder, wenige Jahre später tötet sich ihr Vater. Diese plötzlichen Schicksalsschläge mehren ihre Furcht vor dem Tod und das Wissen um die Fragilität des Lebens. Um die Angst zu verlieren beschäftigt sie sich damit, was das Leben in seiner Besonderheit ausmacht und warum jeder Moment kostbar ist. Sie spricht darüber, warum der Mensch überhaupt sterben muss und ob der Wunsch nach dem ewigen Leben je Realität werden kann. Und sie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Tod und Glaube, wie das Leben nach dem Tod in der Philosophie behandelt wird und wie sich unsere Bestattungskultur verändert.

Wenn man Menschen verliert, die man liebt, verändert einen das. Jungnikl redet darüber, wie man weitermachen kann und wie man Menschen helfen kann, die in ihrer Trauer Hilfe brauchen. Der Tod macht Angst, aber er kann auch zeigen, dass jeder Tag zählt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
NAMES – Das New Arts and Music Ensemble Salzburg +++ Musikalisch philosophisch – Das Moritz Weiß Klezmer Trio +++ Ö1 Talentebörse.
Präsentation: Johannes Leopold Mayer


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
Karin Peschka: "Autolyse Wien. Erzählungen vom Ende"
Otto Müller Verlag Gestaltung: Daniela Wagner

Wien liegt in Trümmern. Wodurch und warum? Das ist einerlei. Über die Hintergründe der Katastrophe erfährt man nichts. Denn nicht die Ursachen die dazu führten, dass Wien zur Ruine geworden ist, sind von Interesse. Der Fokus liegt vielmehr auf dem, was sich zwischen den Trümmern noch regt. Direkt nach jener Nacht, aber auch Tage, Wochen und Monate später.

Wie geht es denen, die nicht umgekommen sind, wie überleben sie? Die Stimmungen und Momentaufnahmen erzählen von Misstrauen, Angst und Fatalität, aber auch von Hoffnung, Erinnerung, von einer Neuausrichtung. Diese kann vieles bedeuten, auch die Hinwendung zum Sterben. Die Frage ist: Was macht die Umkehrung aus uns, wenn das Kaputte zur Norm wird und das Ganze zur Ausnahme?

"Autolyse Wien" von Karin Peschka ist eine Sammlung von Geschichten, die allesamt in einem zerstörten Wien spielen. Eine dieser Geschichten trägt den Titel "Wiener Kindl". Einen Auszug dieser Erzählung hat Peschka bei den diesjährigen Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gelesen. Neben der Jury des Bachmannpreises, die dem Text viel Positives abgewinnen konnte, zeigte sich offenbar vor allem das Publikum begeistert, denn "Wiener Kindl" wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Damit verbunden ist ein Stadtschreiberstipendium der Stadt Klagenfurt.

"Wiener Kindl" erzählt von einem kleinen Kind, das durch einen Bombenanschlag seine Eltern verloren hat. Es überlebt in dem zertrümmerten Haus und wird von einem Rudel Hunde adoptiert. Das Kind wird zum Anführer des Rudels und entfaltet ungeahnte Fähigkeiten. "Man muss sich zu helfen wissen" ist eine der Kernaussagen.

Die 1967 in Linz geborene und heute in Wien lebende Karin Peschka ist seit drei Jahren freie Autorin. Peschka wächst im oberösterreichischen Eferding als Wirtstochter auf, besucht die Sozialakademie in Linz, arbeitet u.a. mit alkoholkranken Menschen und mit arbeitslosen Jugendlichen. Mehrere Jahre ist Peschka im Bereich Onlineredaktion und Projektorganisation tätig. Sie publiziert in diversen Anthologien, schreibt Kolumnen für Ö1.

2014 erscheint Peschkas Romandebut "Watschenmann" (Otto Müller Verlag), für den die Autorin gleich drei Literaturpreise (Literaturpreis Wartholz, Floriana Literaturpreis, Literaturpreis Alpha) erhält. Danach folgt der Roman "FanniPold" (Otto Müller Verlag, 2016). "Autolyse Wien. Erzählungen vom Ende" (Otto Müller Verlag, Herbst 2017) ist ihr drittes Buch.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Eva Teimel.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Ausgewählt
mit Gustav Danzinger.

Detaillierte und kenntnisreiche Analysen einer Künstlerpersönlichkeit durch eine andere derselben Sparte sind ebenso selten wie wertvoll. Wenig bekannt ist die Sicht von Antonín Dvorák auf Franz Schubert. Am 3. Juli 1894 erschien im New Yorker Century Illustrated Monthly Magazine ein sechsseitiger Artikel über Franz Schubert, verfasst von dem damaligen Direktor des National Conservatory of Music, Antonín Dvorák. Dieser Text stellte das umfangreiche Schaffen Schuberts in erstaunlicher Klarheit dar und kritisierte die weithin verbreitete oberflächliche Rezeption von nur wenigen seiner Werke. Hinter den Worten von Dvoráks Plädoyer für Schubert schimmert die innere Verwandtschaft ihres musikalischen Empfindens durch, die ganz wesentlich bei den gemeinsamen böhmischen und mährischen Vorfahren zu finden ist.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Ulrike Guérot, deutsche Politikwissenschaftlerin und Universitätsprofessorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems

Für Ulrike Guérot ist eines klar: Europa ist nicht das Problem, sondern es ist Teil der Lösung.

Die 1964 in Grevenbroich, einer Stadt nahe der holländischen Grenze geborene Politikwissenschafterin blickt in ihrer akademischen Arbeit schon lange über die Grenzen des Nationalstaates hinaus. Sie studierte und unterrichtete in Deutschland, Washington und New York. Seit vielen Jahren ermutigt sie zur Gründung einer "Europäischen Republik", weil sie das aktuelle Staatensystem in Europa für überholt hält. Denn, so Guérot: wie sollte man aus Österreichern, Deutschen, Italienern, Tschechen, Ungarn und Iren Europäer machen?

Das Gespräch mit Renata Schmidtkunz findet eine Woche nach den Nationalratswahlen am 22. Oktober um 11.00 Uhr im Theater in der Josefstadt statt.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Oktoberrevolution. Das größte gesellschaftliche Experiment des 20. Jahrhunderts. Mit Verena Moritz, Historikerin und Publizistin.
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller und Robert Weichinger

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges setzten in Russland politische und gesellschaftliche Umwälzungen ein, die die Geschichte und Kultur des Landes bis heute prägen. Der als "Oktoberrevolution" bezeichneten Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki unter dem aus dem Schweizer Exil zurückgekehrten Wladimir Iljitsch Lenin am 25. Oktober 1917 (7. November nach dem gregorianischen Kalender) war im Februar ein folgenschwerer landesweiter Aufstand vorausgegangen.

Die so genannte "Februarrevolution", ausgelöst von politischen und wirtschaftlichen Krisen, hatte mit Hungerrevolten und Demonstrationen unter anderem in Petrograd (St. Petersburg) begonnen und schließlich zur Abdankung des Zaren Nikolaus II. und zur Beendigung der Zarenherrschaft geführt. Es kam zu Übergangsregierungen unter Georgi Lwow und, ihm folgend, unter Alexander Kerenski.

Mit den Arbeiter- und Soldatenräten (Sowjets) stand ihnen ein einflussreicher Machtfaktor gegenüber. Der bewaffnete Aufstand der Bolschewiki beseitigte auch das "Februarregime", Lenin rief die "Sozialistische Sowjetrepublik" mit einem Rat von Volkskommissaren aus, Russland leitete Friedensverhandlungen mit den Mittelmächten ein. Was folgte war ein mehrjähriger Bürgerkrieg zwischen der "Roten Armee" der Bolschewiki und deren Hauptgegner, der "Weißen Armee".

Die antibolschewistische Opposition schloss Gruppierungen linker Kräfte ebenso ein wie Liberale und Konservative. Der von Terror beider Seiten gegen die Bevölkerung und von antisemitischen Pogromen bestimmte Krieg endete mit der Niederlage der Weißen, während in Teilen des Landes 1920/21 eine Hungerkatastrophe ausbrach, der mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen. Im Dezember 1922 wurde im Machtausbau der Bolschewiki die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken UdSSR begründet.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien


19:30 Schubertiade Hohenems 2017
Modigliani Quartett; Armida Quartett. Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquintett D-Dur KV 593 * Johannes Brahms: Streichsextett B-Dur op. 18 * Felix Mendelssohn-Bartholdy: Streichoktett Es-Dur op. 20 (aufgenommen am 8. Oktober im Markus-Sittikus-Saal, Hohenems).
Präsentation: Stefan Höfel


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
musikprotokoll 2017. Der Klang des Internets der Dinge.
Gestaltung: Susanna Niedermayr

Das Duo Klammer&Gründler ist stets am Puls der Zeit, und das seit langem: Nach den Projekten "Razionalnik", das bereits vor 30 Jahren das musikalische Potenzial digitaler Datennetzwerke auslotete, und "RGB", das vor 20 Jahren beim musikprotokoll das Thema der Synchronisation behandelte, gingen im Rahmen der heurigen Festivalausgabe Josef Klammer und Seppo Gründler gemeinsam mit Stefan Doepner nun der Frage nach, wie das Internet der Dinge klingt, und erforschten den Raum autonomer, vernetzter Maschinen mit musikalischen Mitteln. Die Bühne teilten sie sich dabei mit Klangrobotern, aber auch mit Readymades des Internets der Dinge sowie gehackten Gadgets. Und die Konzertbesucher/innen konnten sich mit ihren Smartphones in die Performance einklinken.


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
43. Woche – 21.10. bis 27.10.2017
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 13. Oktober 2017

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