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WISSENSCHAFT/8761: Nachrichten - BR Text 10.10.2018


BR Text vom 10.10.2018 - Nachrichten
Gesundheit/Umwelt/Wissenschaft


+++ EU-Staaten für schärfere CO2-Grenzwerte +++ PIP-Implantate: Neuer TÜV-Prozess +++ Studie zu ländlichen Gesundheitszentren +++ Unwetter auf Mallorca +++ Hurrikanwarnung in Florida +++ WHO warnt vor Lärmbelastung durch Windkraftanlagen +++ Moorbrand bei Meppen offenbar gelöscht +++

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EU-Staaten für schärfere CO2-Grenzwerte

Die EU-Staaten haben sich in der Nacht
darauf geeinigt, dass Neuwagen im Jahr
2030 durchschnittlich 35 % weniger Koh-
lendioxid ausstoßen sollen als 2020.

Wie Bundesumweltministerin Svenja
Schulze/SPD sagte, trug Deutschland das
Ziel mit, obwohl es über die Wünsche
der Bundesregierung (30 %) hinausging.

Nun gebe es eine gemeinsame Position
der EU-Staaten für die Gespräche mit
dem Europaparlament, das dem Kompromiss
zustimmen muss. Die EU-Kommission hatte
eine Minderung um 30 % gegenüber 2020
vorgeschlagen. Dies hatte die deutsche
Autoindustrie als machbar erachtet.

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PIP-Implantate: Neuer TÜV-Prozess

Im Skandal um mangelhafte Brustimplan-
tate wird das Verfahren gegen den TÜV
Rheinland in Frankreich neu aufgerollt.

Der Pariser Kassationshof ordnete einen
neuen Prozess an. Die Vorinstanz hatte
den TÜV freigesprochen und Schadenser-
satzforderungen von Frauen in Höhe von
fast sechs Millionen Euro abgewiesen.

Zehntausenden Frauen weltweit waren
Implantate des französischen Herstel-
lers PIP mit Industrie- statt medizini-
schem Silikon eingesetzt worden, die zu
Rissen neigten. Laut den betroffenen
Frauen hätte der TÜV Rheinland das Pro-
dukt niemals zertifizieren dürfen.

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Studie zu ländlichen Gesundheitszentren

Eine Studie der Uni Bayreuth hat für
bessere medizinische Versorgung auf dem
Land die Umwandlung kleiner Kliniken in
Gesundheitszentren vorgeschlagen.

In der auf der Herbsttagung der Kassen-
ärztlichen Bundesvereinigung in Berlin
vorgestellten Studie werden sogenannte
Intersektorale Gesundheitszentren/IGZ
favorisiert. Allgemeinärzte und Inter-
nisten sollten darin eine Grundversor-
gung sicherstellen und in einer Station
mit bis zu 150 Betten Patienten kurz-
zeitig überwachen können.

Operationssäle und Intensivstation soll
es in den IGZ hingegen nicht geben.

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Tote bei Unwettern auf Mallorca

Bei heftigen Unwettern und Überflutun-
gen auf Mallorca sind mindestens zehn
Menschen ums Leben gekommen.

Unter den Opfern seien zwei britische
Urlauber, so ein Polizeisprecher. Drei
Menschen seien lebend gefunden worden,
ein Kind werde noch vermisst.

Heftige Regenfälle hatten v.a. im Osten
der Urlaubsinsel viele Straßen in rei-
ßende Flüsse verwandelt. Innerhalb von
nur zwei Stunden fielen dort laut Wet-
terdienst 233 Liter Wasser pro Quadrat-
meter vom Himmel. In Sant Llorenc des
Cardassar trat ein Bach über die Ufer
und riss Autos und Bäume mit.

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Florida warnt vor Hurrikan Michael

Der Hurrikan Michael hat vor der erwar-
teten Ankunft in Florida über dem Golf
von Mexiko an Stärke gewonnen und ist
zu einem Hurrikan der Kategorie vier
hochgestuft worden.

Laut Nationalem Hurrikanzentrum müssen
Teile Floridas mit dreieinhalb Meter
hohen Sturmfluten rechnen. Zudem warnte
sie vor umstürzenden Bäumen.

Die Menschen in den betroffenen Gebie-
ten an der Westküste Floridas sind auf-
gerufen, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Polizei in Bay County ordnete die
Evakuierung von 120.000 Personen an.

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GESUNDHEIT/UMWELT/WISSENSCHAFT

Genf: Die Weltgesundheitsorganisation/
WHO warnt vor Lärmbelastung durch Wind-
kraftanlagen. Laut einer neuen Richtli-
nie sollte tagsüber ein Wert von durch-
schnittlich 45 Dezibel nicht über-
schritten werden, ansonsten sei mit
Herz-Kreislauf-Problemen zu rechnen, so
die WHO. Damit sind die in Deutschland
geltenden Richtwerte von 55 Dezibel in
Wohngebieten zu hoch. Zum Vergleich:
Flüstern hat 30, ein Föhn 70 Dezibel.

Meppen: Der Moorbrand auf einem Mili-
tärgelände bei Meppen ist offenbar ge-
löscht. Bilder eines Aufklärungsfluges
hätten keine Brandnester mehr gezeigt,
teilte die Bundeswehr mit. Mit Drohnen
gebe es aber weitere Aufklärungsflüge,
160 Einsatzkräfte seien noch vor Ort.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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