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JUSTIZ/7872: Kriminalität und Rechtsprechung - 09.08.2018 (SB)


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Fresenius Kabi klagt gegen Einsatz seiner Medikamente bei Hinrichtung

Die Fresenius Kabi AG aus dem hessischen Bad Homburg vor der Höhe hat am Dienstagabend (Ortszeit) Zivilklage gegen den US-Bundesstaat Nebraska eingereicht. Dort soll nächsten Dienstag der 1974 zum Tode verurteilte Carey Dean Moore durch die Giftspritze hingerichtet werden. Dabei soll ein Medikamentengemisch zum Einsatz kommen, bei dem zwei von vier Bestandteilen (Cisatracurium und Kaliumchlorid) aus der Produktpalette von Fresenius Kabi nur auf illegalem Weg den Henkern in den USA in die Hände gelangt sein können. Der weltweit präsente Konzern befürchtet im Zusammenhang mit der vor allem in Europa vorherrschenden Ablehnung von Hinrichtungen eine erhebliche Rufschädigung. Fresenius Kabi nimmt mit der Klage explizit nicht Stellung zur Todesstrafe an sich, betont jedoch, daß man bestimmte Medikamente nicht an Vollzugsanstalten verkauft, weil man die Nutzung bei Hinrichtungen ablehnt. Abnehmer der Produkte von Fresenius Kabi sind verpflichtet, diese nicht außerhalb ihrer Bestimmung einzusetzen. Der Bundesrichter in Nebraska soll die Verwendung besagter Mittel vorübergehend oder endgültig verbieten. Laut Fresenius Kabi war Nebraskas republikanischer Gouverneur Pete Ricketts dem Wunsch nicht nachgekommen, den Einsatz seiner Produkte bei der bevorstehenden Hinrichtung auszuschließen.

9. August 2018


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