Leo Lukas
Labor der Unsterblichkeit
Perry-Rhodan-Heft Nr. 3333
Milchstraße, Tertiasystem, Neos Issos, Anfang November 2250 NGZ
Icho Tolot ist mit den beiden Jugendlichen Jasper Cole und Cameron Rioz auf dem Weg ins Tertiasystem, in dem es ihrer Kenntnis nach Reste eines von Wylon Hypertech entwickelten und schließlich aufgegebenen Physiotrons geben müsste. Auf dem Weg dorthin fangen sie ein Notsignal auf, fliegen den Sender an und finden das Schiffswrack eines Topsiders. Im Innern liegt die Leiche des Piloten, die mit dem Finger auf einen Datenkristall zeigt. Darin finden sie den Bericht eines von der Fachwelt verschmähten Privatgelehrten, der vom Scheitern seiner Mission erzählt. Er habe versucht, trotz Warnung auf der Seuchenwelt zu landen, um dort Beweise für seine umstrittenen Thesen zu finden. Dabei wurde er beschossen und sein Schiff so schwer beschädigt, dass die Energieversorgung und die Triebwerke ausfielen. Es gab keine Rettung für ihn und seine zwei Besatzungsmitglieder.
Neos Issos - diese Seuchenwelt ist auch das Ziel Icho Tolots. Laut den Sternenkatalogwerten wurde die Quarantäne über diesen Planeten schon vor viertausend Jahren verhängt, was ihn dann wohl zu einem idealen Versteck für das Forschungsprojekt des Rüstungskonzerns gemacht hat. 25 Jahre lang wurde hier die Gewinnung, Speicherung und Infusion konservierender Mengen von Vitalenergie am lebenden Testsubjekt erforscht. Die ältesten Daten über dieses Projekt stammen von Januar 2212, die jüngsten von Ende 2237 NGZ. Vor 13 Jahren wurde es eingestellt. Icho Tolot hofft nicht nur, dort den unvollendeten Prototyp eines Physiotrons zu finden, sondern vielleicht auch Hinweise auf eine Verschwörung, die darauf abzielt, die Zukunftsprojekte PHOENIX und PEGASOS zu sabotieren. Möglicherweise stoßen sie auch auf etwas, dass das Rätsel der aus unerklärlichen Gründen verschwundenen Stützpunkte und Siedlungswelten klären könnte.
Die Welt wird von bewaffneten Satelliten abgeschirmt. Tolot kann in ihre Programmierung eingreifen und sie zum Absturz bringen. Außerdem erhält er dadurch Informationen über die Abwehrsysteme des Stützpunkts. Im Schutz eines Paros-Schattenschirms gelingt es den Dreien, mit einem Beiboot der HALUTA VII auf Neos Issos zu landen und die Forschungsstation zu finden. Mehrere ausgeschickte Sonden werden jedoch bei Annäherung an das bebaute Gebiet abgeschossen. Als trotz Paros-Schattenschirm plötzlich ein energiefressendes Lebewesen auf das Beiboot zurast und sich darum legt, muss Tolot notlanden. Er kann es durch Überladung töten und vermutet, dass es sich dabei um ein Nebenprodukt der Forschungsexperimente von Wylon Hypertech handelt.
Während das Beiboot, versteckt in einem Teich, sich selbst repariert, machen sich Tolot und seine Begleiter in SERUNS auf den Weg. Cameron und Jasper werden von einer psionischen Abwehrstrahlung erfasst und müssen sich ganz besonders auf ihr Ziel konzentrieren, um nicht abgelenkt zu werden. Roboter greifen an und Jasper Cole führt trotz Tolots Warnung einen Alleingang durch, bei dem er getroffen wird und sich am Bein verletzt. In der Not wird Camerons Schattenhand aktiv, obwohl sie sich noch nicht vollständig regeneriert hat. Sie produziert zum ersten mal wieder einen Zornesfunken, der in das Aggregat fährt, das den den Forschungskomplex umgebenden HÜ-Schirm errichtet. Es entsteht kurz eine Lücke im Schirm, die sich schnell wieder schließen wird. Tolot wirft sich kurz entschlossen die beiden Terraner über die Schulter und rennt mit ihnen hindurch.
Die Forschungsstation erstreckt sich über ein weites Gebiet. Sie ist teilweise noch gut erhalten, an anderen Stellen jedoch total zerfallen. Die Drei durchstöbern etliche Lagerhäuser und Fabrikhallen, die zum Teil noch klinisch sauber sind. Aber von einem Physiotron ist nichts zu finden. In einem Gebäude, in dem es primär darum ging, herauszufinden, ob es möglich wäre, Unsterblichkeit zu erlangen, indem man sich in virtuellen Welten verwirklichte, wird Jasper Cole erneut psionisch beeinflusst. Cameron Rioz spürt - eventuell wegen seiner neu erwachten Schattenhand - nichts und Icho Tolot ist mentalstabilisiert. Als die beiden nicht auf Jasper achten, verschwindet dieser plötzlich. Er halluziniert und glaubt, irgendeinen Feind köpfen zu müssen. Ein putziger handtellergroßer Miniroboter weckt seine Aufmerksamkeit. Weil er auf sechs Beinchen durch die Gegend krabbelt, nennt er ihn Krabbel und nimmt ihn mit.
Als er dann eine Klappe öffnet, versagt plötzlich sein SERUN. Danach irrt er nur noch herum und als eine von Tolot ausgeschickte Mikrosonde ihn endlich wiederfindet, ist er vollkommen ausgezehrt und dehydriert. Was ihm widerfahren ist, können Icho Tolot und Cameron Rioz nicht herausfinden. Nach einer halben Stunde unter medizinischem Einfluss seines wieder hergestellten SERUNS hat Jasper sich regeneriert.
Schließlich kommen sie in ein Gebäude, bei dessen Betreten ein Daellian-Meiler hochfährt, der Teile des Stützpunkts zum Leben erweckt. Icho Tolots Planhirn, das unterwegs unaufhörlich Daten aufnahm, hat inzwischen errechnet, dass die komplette weitläufige Anlage selbst das Physiotron darstellt. Die Maschinen sollten Vitalenergie generieren und konservieren. Das Gebäude, in dem sie nun stehen, ist nur das Herzstück dieser riesigen Maschinerie, in dem alle Energien zusammenlaufen und in dem die eigentliche Zelldusche stattfinden sollte. Doch es hat nie funktioniert. Die Hoffnung, einfach einen Prototyp zu finden, den man abtransportieren kann, muss begraben werden und auch ein längerer Aufenthalt scheidet aus. Zwar sind noch keine Sicherheitskräfte von Wylon Hypertech eingetroffen, aber sie werden auf das Eindringen in diese Anlage absehbar aufmerksam werden.
Ein Angriff durch Kampfroboter erfolgt. Krabbel wird plötzlich aktiv, jagt aus Coles Tasche auf einen der Kampfroboter zu und frißt sich in ihn hinein, woraufhin dieser zusammenbricht. Als Krabbel wieder zum Vorschein kommt, hinterläßt er ein neunzackiges Loch. Solche Löcher wurden bereits vielfach auf Wroclow gesichtet, wo Wylon Hypertech ebenfalls einen geheimen Stützpunkt betrieb. Die Waffe, die diese Löcher erzeugt, wurde Fressmetall genannt. Im Nu hat sich Krabbel verdoppelt und multidupliziert sich rasant weiter. Die Maschinchen werden plötzlich zur ernsthaften Gefahr. Sie greifen alles an, was Metall enthält und vernichten es.
Es stellt sich die Frage, warum Krabbel die ganze Zeit davor inaktiv geblieben war. Es könnte sein, dass Cameron Rioz' Versuche, die Schattenhand zu aktivieren oder Jasper Coles seltsame Halluzinationen die Auslöser waren, das Fressmetall zu aktivieren. In kürzester Zeit wimmelt es um sie herum von diesen Robotern. Icho Tolot und seinen beiden Begleitern bleibt nur noch die Flucht. Da das Fressmetall alles um sich herum zerstört, vernichtet es auch irgendwann die Generatoren, die den HÜ-Schirm aufrechterhalten. Dies ermöglicht den Dreien die Flucht. Sie gelangen zu ihrem Beiboot und damit zurück zur HALUTA VII. Der ganze Planet hat sich innerhalb kürzester Zeit in eine Woge von Fressmetall verwandelt. Ein riesiges Schiff - der SOL nicht unähnlich - taucht plötzlich auf und nimmt den Planeten mit Desintegratorgeschützen der Marke Wylon Hypertech DES-22 Vaporator unter Beschuss.
Als Icho Tolot das Hantelschiff anfunkt, bekommt er keine Antwort. Dort, wo der Forschungsstützpunkt gewesen ist, klafft nun ein Krater von 3333 Metern Weite und 333 Metern Tiefe. Das Vorgehen dieses Hantelschiffes könnte darauf schließen lassen, dass die verschwundenen Siedlungen und Stützpunkte eventuell von Fressmetall befallen worden waren und von diesem Schiff vernichtet wurden.
Unerklärlich bleibt jedoch, warum man auf Wroclow zwar neunzackige Löcher gefunden hat, aber nichts vernichtet wurde. Ohne auf die Kontaktversuche einzugehen, verschwindet das Hantelschiff im Hyperraum.
11. Juli 2025
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