Oliver Fröhlich
Die Paria
Perry-Rhodan-Heft Nr. 3341
Milchstraße, Hyperfunk-Relais-Station n-GAL-R 63252-B zwischen Terra und Topsid, 17. - 19. November 2250 NGZ
Nachdem Celina Bogarde, die ehemalige Sicherheitschefin des Rüstungskonzerns Wylon Hypertech zweimal gescheitert war, Cameron Rioz zu entführen, um sich seine Schattenhand anzueignen, wird sie nun galaxisweit gesucht und muss sich verstecken. Ausgerechnet in Gegenwart Icho Tolots und Monkeys war ihre Tarnung als Cassandra aufgeflogen. Seitdem machen USO und TLD Jagd auf sie und John Wylon hat sie fallen gelassen. Beide Geheimdienste haben die von Bogards Leuten unterwanderten Strukturen aufgedeckt. Alle Agenten, bei denen auch nur entfernt die Gefahr bestand, sie hätten zu ihrem Netzwerk gehört, sind entlassen worden. Seither ist es für sie so gut wie unmöglich, an Informationen heranzukommen. Zweimal wäre sie fast schon erwischt worden, weil ihre Verstecke aufgeflogen waren.
Um sicherzugehen, dass ihr nächster Unterschlupf noch nicht von der USO oder dem TLD entdeckt worden war und man ihr dort auflauern würde, hatte sie den USO-Agenten Dash Brannigan, die einzige ihrer Quellen, an die sie noch herankam, aufgesucht. Nach einigem Zögern ließ Brannigan sie tatsächlich ein, hielt sie aber so auffällig hin, dass ihr klar wurde, dass er sie in eine Falle locken wollte. Als bereits das Haus von Agenten gestürmt wurde, erschoss sie ihn kurzerhand und machte sich nach einem gewaltigen Feuerwerk, das das ganze Haus zum Einsturz brachte, mit einem Transmitter aus dem Staub, der auch als Gleiter fungierte, was eine in der Milchstraße bislang unbekannte Technik darstellte.
Nun musste sie auf gut Glück das Safe-House aufsuchen, dass ihr am sichersten schien - die von Wylon Hypertech produzierte Hyperfunk-Relais-Station n-GAL-R 63252-B, die sich über 10.000 Lichtjahre von Terra und über 9000 von Topsid entfernt befindet. Dieses Versteck hatte sie vor drei Jahren ausgebaut. Tatsächlich war dieser Unterschlupf noch nicht aufgespürt worden. Und so nimmt sie von dort aus Kontakt zu den Legaten, ihren Auftraggebern, auf, um sie über die aktuelle Entwicklung zu informieren. Dass es nun zu Verzögerungen kommt, schätzen diese gar nicht, denn jede noch so kleine wirft deren Pläne um Jahrzehnte zurück. Sie versucht, Kontakt zu John Wylon aufzunehmen, der sich jedoch regelmäßig verleugnen lässt. Dabei ist es besonders wichtig für sie, sich mit ihm wieder gut zu stellen, da die Legaten auf das Potential des Rüstungskonzerns angewiesen sind.
Der Statusbericht des vom Galaktikum betriebenen Kommunikationsnetzwerks GALCOM vermerkt im Fall von n-GAL-R 63252-B geringfügige Ausfälle im Energiebereich und der Rechenleistung, die jedoch keine Überprüfung nötig machen. Dass trotzdem ein Wartungsteam von Wylon-Hypertech dort hinfliegen soll, wundert deren Mitglieder etwas. Teamleiter Akira McNamara und der für einen Kollegen eingesprungene Hector Amadi werden von drei sogenannten Rookies begleitet, den drei Neulingen Rebecca Conti, Nina Labeau und Gregory Hutchinson. Sie fliegen mit dem Wartungsschiff ALGOL zur Station und setzen in dem Boot ALG-1 über.
Hector Amadi hat bei diesem Auftrag ein schlechtes Gefühl. Sein sogenanntes Seelenflattern hatte bislang immer angezeigt, wenn etwas Schlimmes passieren wird, das er jedoch nie hatte verhindern können. So macht ihn dieser eigentlich harmlose Einsatz doch etwas nervös. Die Probleme beginnen schon, als sich die Schleuse nicht öffnen will, nachdem sie angedockt haben. McNamara stößt mit seinen technischen Möglichkeiten an seine Grenzen. Ausgerechnet die Rookie Nina Labeau hat mit der Idee, das System mehrmals herunterzufahren und wieder zu starten Erfolg, obwohl McNamara der Ansicht ist, dass dieses Vorgehen Unsinn ist. Amadi beobachtet allerdings, dass sie auf ihrem Multikom-Armband herumdrückt, während McNamara abgelenkt ist.
Im Innern der Station stößt man dann auf weitere Probleme - energetische Barrieren und mit Traktorstrahlen gekoppelte Transmitter, die einen plötzlich an andere Stellen der Station versetzen. Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Amadi hegt den Verdacht, dass jemand Fremdes an Bord ist. Wieder hat Labeau eine Idee, wie man die Barrieren abschalten könnte. Der Erfolg gibt ihr Recht, doch für den Fachmann McNamara ergibt die Vorgehensweise keinen Sinn.
Man findet einen Raum, der bewohnt aussieht. Es hat sich also tatsächlich ein Fremder eingenistet. An der Wand hängt ein Kampfanzug mit Blumenapplikationen. Celina Bogarde, der es gerade gelungen war, mit einem Trick an John Wylon heranzukommen und mit ihm zu sprechen, hatte diesen Raum erst kurz zuvor verlassen. Dass all ihre Schutzvorkehrungen ausgeschaltet werden konnten, deutet darauf hin, dass Nina Labeau eine USO-Agentin ist. Die beiden liefern sich ein Katz- und Mausspiel, das für die uneingeweihten Wylon-Techniker tödlich enden wird.
Bogarde schickt die ALG-1 mit Sprengstoff beladen zum Mutterschiff zurück, wo sie explodiert und die ALGOL mitsamt zehnköpfiger Besatzung vernichtet. Nun muss es ihr nur noch gelingen, die lästigen Wartungstechniker loszuwerden. McNamara und Gregory Hutchinson kommen ums Leben, als sich eine Schleuse öffnet und die beiden Männer ins All gesogen werden. Fast wäre auch Celina Bogarde dabei gestorben, weil eine Energiebarriere, die sie zu ihrer Sicherung aufgebaut hatte, von Nina Labeau deaktiviert worden ist. Als es derselben gelingt, die offene Schleuse wieder zu schließen, stürzt sich Hector Amadi auf die gerade aufgetauchte Bogarde und kann sie tatsächlich überwältigen. Rebecca Conti fand durch einen fehlgeleiteten Schuss den Tod.
Als Nina Labeau sich als USO-Agentin outet und Amadi auffordert, Bogarde loszulassen, weil sie die Situation nun im Griff habe, lässt sein Seelenflattern aber nicht nach, im Gegenteil. Und tatsächlich erschießt Nina Labeau ihn und erklärt Celina Bogard, dass sie sich ihr anschließen wolle. Sie hat wertvolle Informationen für sie: Cameron Rioz lebt noch. Es gibt Aufnahmen von ihm, Icho Tolot und Jasper Cole auf einem geheimen Forschungsplaneten des Wylon-Konzerns, wo vor 13 Jahren die Entwicklung eines Physiotrons aufgegeben wurde. Wenn Celina das Interesse John Wylons wiedererlangen wolle, müsse sie ihm aber etwas zu bieten haben - die Schattenhand.
Bogarde bedankt sich für diese Information und erschießt Labeau. Nach dem Erlebnis mit Dash Brannigan traut sie niemandem mehr. Da Cameron Rioz offenbar auf der Suche nach einem Physiotron ist, hat sie eine Idee, wie sie ihn finden kann und setzt sich mit der ihr zur Verfügung stehenden überragenden Transmittertechnik spurlos ab.
5. September 2025
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