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ERSTAUFLAGE/1212: Inhaltliche Zusammenfassung von Nr. 3345 (SB)


Andreas Eschbach

Der 50-Jahres-Plan

Perry-Rhodan-Heft Nr. 3345


Agolei, Sternwürfel, 10. September 2250 NGZ / Wycosystem, Rugyra, 2197 NGZ / Milchstraße, Solsystem, 2198 - 2249 NGZ

Am 10. September 2250 NGZ flieht Yilad mit der von ihr verehrten Shrell per Pentaferer vom PHOENIX, der sich noch in einem Hangar auf dem Steuermond GRAVEN.1b befindet. Zu diesem Zeitpunkt muss der Mond evakuiert werden, weil er von Gravitationswellen heimgesucht wird. Indem sie kaltblütig drei Leun ermordet, sichert sich Shrell ein Fluchtschiff. Yilad ist entsetzt, denn so hatte sie die Anführerin der Restauraten nicht eingeschätzt. Ihr Schiff fängt an zu brennen, so dass Shrell und Yilad sich auf ein Restauratenschiff in Sicherheit bringen müssen. Von dort aus übernimmt Shrell das Kommando über die gesamte Restauratenflotte und befiehlt, den PHOENIX aufzuspüren, der inzwischen ebenfalls von GRAVEN.1b geflohen ist. Sie verbietet es ausdrücklich, ihn anzugreifen und Yilad wundert sich, welches Interesse Shrell an dem Schiff der Fremden hat.

Der Zyklonwall ist inzwischen geöffnet worden und ein Wettlauf von Restauratenschiffen und denen der Hiesigen auf System 5-5-5 beginnt. Gleichzeitig verursacht die Öffnung schwere hyperdimensionale Verwerfungen, die das Navigieren erschweren. Der PHOENIX und die YDUA wollen ebenfalls den Zyklonwall durchdringen, um 5-5-5 zu erreichen.

53 Jahre zuvor war Shrell im Wycosystem auf Rugyra gewesen und in den alten Katakomben mit Tilgefir, der uralten Prälatin des Heiligen Ordens der Datenkunde, zusammengetroffen. Sie musste ihr Rede und Antwort stehen, weil sie versagt hatte. Sie hatte versprochen, mit Unterstützung wycondrischer Technik den Gleichklang wieder herzustellen und LEUN wiedererstehen zu lassen, damit auch alle Wyconder in das Brennende Nichts hätten eingehen können. Dazu hatte der Orden ihr geholfen, das Brennende Nichts auf dem Heimatplaneten Wengir auszubringen. Nur war alles vergebens gewesen, weil es ihr wegen des Verrats Reginald Bulls nicht gelungen war, die Restauration durchzuführen. Die von Bull besetzte gewaltige Station jenseits des Zyklonwalls stellt das Mentatron dar, in das die entstofflichten Bewusstseine eingehen müssen, um nicht wahnsinnig zu werden. Ihr Plan war gewesen, auf Rugyra ebenfalls ein Mentatron zu errichten. Bonnifer und Alcot bauten den Prototyp eines solchen Geräts in der ELDA-RON, doch alle Versuche, die Bewusstseine der entstofflichten Besatzung zu stabilisieren, waren gescheitert, sie verfielen dem Wahnsinn und starben.

Tilgefir fühlte sich getäuscht und wollte nichts mehr mit Shrell zu tun haben. Die meinte aber, noch eine Chance in einem neuen Plan zu sehen, den Gleichklang doch noch erreichen zu können. Als Tilgefir darauf nicht einging, drohte Shrell, publik zu machen, welche Rolle der Orden der Datenkunde bei der Ausbringung des Brennenden Nichts auf Wengir gespielt hat und dass die Wyconder selbst Technikdiebe sind und nicht wirklich die legendären Bauherren des Sternwürfels, dessen innerstes System 5-5-5 einst mit dem Wycosystem identisch war. Sie drohte sogar damit, den Yorgilern zu verraten, wo ihre geraubte Technik abgeblieben war, was die Prälatin am meisten fürchtete, weshalb ihr Volk in den Gleichklang flüchten sollte, um sich einer möglichen Strafaktion der Yorgiler zu entziehen.

Tilgefir gab notgedrungen nach und erlaubte Shrell, sich an der von den Ahnen der Wyconder gestohlenen Technik zu bedienen, die sich in den Katakomben von Rugyra befand. Dazu gehörten vor allem ein Antrieb, der zur Überwindung extrem großer Entfernungen befähigte, mehrere Pentaferer und eine sogenannte Sexta-Werkstatt - ein Stift, der in der Lage war, Geräte zu reparieren, leistungsfähiger zu machen und automatisch an die erhöhte Hyperimpedanz anzupassen. Tilgefirs designierte Nachfolgerin Tosmethur steckte Shrell auch noch ein Kästchen zu, auf dem ein neunzackiger Stern abgebildet war. Im Innern ruhte ein kleiner Roboter, den zu aktivieren den Wycondern nie gelungen war. Man wusste nur, dass es mit den Vorfahren der Yuit, den Entdeckern des Brennenden Nichts, nach Rugyra gelangt war.

Mit dem Hangar voll Wycondertechnik erreichten Shrell und ihr Sklave Bonnifer 2197 NGZ die Milchstraße. Als sie die ELDA-RON bei einer Sonne auftanken wollten, wurde das Schiff von einem Fesselfeld eingefangen. Dieses ging von einer Raumstation aus, die die Sonne umkreiste. Die HIDEOUT-Station gehörte Wylontech Positronics, einer von John Wylon gegründeten Firma, die uralte Unterlagen und Geräte erforschte, die vor der Erhöhung der Hyperimpedanz funktionierten. Dazu zählten auch die Arkonbombe und Psychostrahler. Daran zu forschen war illegal, man hatte aber auch keinen Erfolg damit.

Der TLD hatte seine Agentin Celina Bogarde in die Wylon-Organisation eingeführt, wo sie unter dem Namen Celeste Lamar agierte. Sie war dem TLD aber längst abtrünnig geworden, weil sie John Wylons Vision von einer von Unsterblichen befreiten Galaxis teilte. Alistair Cole war leitender Angestellte Wylons und hatte seinen fünfjährigen Sohn Flint mit auf die Station gebracht. Er beriet sich mit Lamar, was nun mit dem unbekannten Schiff zu geschehen habe. Als diese über einen Richtstrahl durch den Schutzschirm hindurch Kontakt zu John Wylon aufnehmen wollte, nutzte Shrell die Gelegenheit, sich per Pentaferer auf die Station zu versetzen. Sie umgab Lamar mit einem Fesselfeld, entriss ihr einen Narkosestrahler, optimierte ihn mit der Sexta-Werkstatt und lähmte damit die gesamte Stationsbesatzung.

Shrell zwang Lamar, sie zu dem Fesselfeldprojektor zu führen, mit dem die ELDA-RON festgehalten wurde. Auf dem Weg dorthin gingen sie an einem Psychostrahler vorbei, Lamar tat so, als würde sie stolpern und gegen Shrell prallen. Dabei entwendete sie ihr die Sexta-Werkstatt, die sie auf den bislang nicht funktionierenden Psychostrahler ansetzte. Mit dem Strahler war es ihr nun möglich, andere zu beeinflussen, was sie gleich an Flint Cole ausprobierte, der als einziger nicht betäubt worden war, weil das Bett, in dem er schlief, von seinem Vater aus einer ausgedienten Raumsonde gebaut worden war, deren Strahlenschutz offenbar noch funktionierte.

Celina Bogarde wies den Jungen, der plötzlich bei ihr auftauchte, an, wieder ins Bett zu gehen und schärfte ihm ein, sein Leben lang John Wylon zu dienen und nicht zuzulassen, dass ihm jemand etwas zuleide tat oder seine Pläne störte. Danach bot sie Shrell an, zu helfen, Kontakt zu Perry Rhodan aufzunehmen - gegen entsprechende Bezahlung durch hochwertige Technik. Shrell spürte, dass sie psychisch beeinflusst wurde, konnte sich aber nicht dagegen wehren. Sie musste akzeptieren, ihre eigene Mission hintan zu stellen und fünfzig Jahre zu warten, bis sie wieder aktiv werden durfte. Celina Bogarde und John Wylon hatten gerade erst begonnen, zur Verwirklichung ihrer Vision erste Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Sie brauchten noch Jahrzehnte, um alles vorzubereiten und es hätte ihnen nichts genutzt, wenn Perry Rhodan zu diesem Zeitpunkt bereits die Galaxis verlassen hätte.

Shrell und ihre Fremdtechnologie kamen aber gerade günstig, Wylons Vorhaben voranzutreiben und ein großes Vermögen zu erwirtschaften. Bogarde zwang die Wüko-Leun, ihr die gesamte Technologie zu übergeben, die sie in der ELDA-RON transportiert hatte. Diese wurde dann dazu genutzt, einen galaxisweit agierenden, einflussreichen Rüstungskonzern aufzubauen, der alle Konkurrenten ausbooten konnte. Das Kästchen mit dem neunzackigen Stern gehörte ebenfalls zu den Dingen, die in den Besitz Wylons übergingen. Bogarde hätte auch gerne den Fiktivtransmitter gehabt, mit dem die Geräte aus der ELDA-RON heraus nach Styx verschoben wurden. Doch der besaß eine von Tosmethur programmierte Sicherung und war an Shrells Schiff gebunden.

Im Jahr 2237 NGZ wurden sämtliche Wyconder-Geräte im Innern des Asteroiden Styx verstaut. 2250 NGZ befahl Bogarde Shrell, drei Brennende Nichtse auf Terra, Luna und Neu-Atlantis zu zünden, was die Wüko-Leun ablehnen wollte, weil es für sie ein Sakrileg war. Doch gegen Bogardes Psychostrahler kam sie nicht an.

Eines Tages gelang es Shrell, den Psychostrahler, mit dem Bogarde auch Zollbeamte beeinflusste, zu zerstören. Dies löste allerdings nicht den Bann, unter dem sie stand. Davon befreit würde sie erst werden, wenn Perry Rhodan zur Agolei unterwegs war. Bis dahin musste der Bau des PHOENIX vorangetrieben werden, der als einzige technische Neuheit in der Lage war, die gewaltige Entfernung zu überbrücken - aber nur mit Unterstützung eines wycondrischen Aggregats, das dank Zhobotters von Shrell manipulierten Nanorobotern in den PHOENIX eingebaut werden konnte. Shrells Triumph bestand jedoch darin, Bonnifer anweisen zu können, dieses Antriebsaggregat so unauffällig zu verändern, dass es die Restauration LEUNS auslösen würde, sobald es das Herz des Sternwürfels erreichte - das System 5-5-5.

Tatsächlich gelingt es dem PHOENIX, in einen Korridor einzufliegen, der durch den Zyklonwall nach 5-5-5 führt. Das Restauratenschiff mit Shrell an Bord kann nicht folgen, weil es zu groß ist. Kurzentschlossen übergibt Shrell das Kommando über die Restauratenflotte an Yilad und folgt dem terranischen Schiff in einem Beiboot durch den Korridor. Sobald der PHOENIX mit dem von Bonnifer manipulierten Antriebsaggregat 5-5-5 erreicht, wird sich Shrells Plan erfüllen und die Entstofflichung aller Individuen beginnen ...

2. Oktober 2025


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