Schattenblick → INFOPOOL → POLITIK → WIRTSCHAFT


ROHSTOFFE/143: Bolivien - Nachfrage nach bolivianischem Lithium aus Asien und Europa (poonal)


poonal - Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen

Bolivien

Nachfrage nach bolivianischem Lithium aus Asien und Europa


Luftaufnahme aus sehr großer Höhe. Inmitten einer grau/weißen, einförmigen Landschaft ein rechteckiges Areal, das in sich in einzelne Felder unterteilt ist. Einige dieser Felder sind leuchtend grün - Foto: Pierre Markuse, via Wikimedia Commons, CC BY 2.0, Contains modified Copernicus Sentinel data 2023, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0

Lithium-Sole-Gewinnung in der Salar de Uyuni-Salzwüste, Potosí, Bolivien, 3. Januar 2023. Das Foto zeigt eine Fläche von 35 km in der Breite
Foto: Pierre Markuse, via Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Contains modified Copernicus Sentinel data 2023
https://creativecommons.org/licenses/by/2.0

Kurz nach der Einweihung der neuen Lithiumfabrik in Bolivien melden sich aus verschiedenen Regionen der Welt bereits Interessenten an dem wertvollen Rohstoff.

(La Paz, 18. Dezember 2023, Prensa Latina) - China, Japan, Südkorea, Russland und die Europäische Union haben Interesse an dem Lithiumkarbonat, das in der gerade erst vom bolivianischen Präsidenten Luis Arce eingeweihten Anlage in Potosí hergestellt wird, so eine offizielle Quelle.

"Die Frage des Verkaufs insgesamt (...) und die Nachfrage in diesem Fall wäre von der gesamten Europäischen Union. Schon heute erhalten wir Anfragen", sagte die Präsidentin von Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB), Karla Calderón.

Sie teilte dem Chef des staatlichen Unternehmens mit, dass YLB trotz dieser Anfragen das Endprodukt "zum Marktpreis und an den Meistbietenden" anbietet.

In einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Bolivia TV bekräftigte sie, dass die am vergangenen Freitag eingeweihte Fabrik im Jahr 2025 hundert Prozent ihrer Produktionskapazität erreichen wird und nach ihrer Einweihung bereits Kaufanfragen aus Ländern in Asien und Europa eingegangen sind.

"Im kommenden Geschäftsjahr werden wir je nach verfügbarem Rohmaterial 30 Prozent der Kapazität erreichen, und bis 2025 die maximale Kapazität von 15.000 Tonnen pro Jahr", sagte sie.

Die mit einem Kostenaufwand von fast 767 Millionen Bolivianos (fast 110 Millionen Dollar) in Colcha K, in der Gerichtsbarkeit von Llipi, südlich der Uyuni-Salzebene, errichtete Fabrik, produziert Rohstoffe für die Herstellung von Batterien. Einzuordnen ist das in den Kontext der wachsenden Produktion von Elektrofahrzeugen, deren Nachfrage auf dem Weltmarkt stark angestiegen ist.


Lithiumkarbonat: das neue Starprodukt auf dem Weltmarkt

Calderón versicherte, dass die Inbetriebnahme der ersten bolivianischen Industrieanlage für diese Verbindung und die Umsetzung weiterer Projekte in den Salinen dieses Departements und in Oruro zum Ziel haben, das Hochland in eine führende Position auf dem Weltmarkt zu bringen.

Sie betonte, dass das Lithiumkarbonat nun "das Starprodukt" Boliviens und ganz im Sinne der Politik der Industrialisierung und Importsubstitution sei, die die Regierung von Präsident Luis Arce fördere.

Calderón erläuterte, dass die Fabrik mit traditioneller Technologie arbeiten wird. Vier weitere Anlagen seien in den Salinen von Potosí und Oruro im Bau. Diese sollen Lithiumkarbonat in Batteriequalität synthetisieren, jedoch mit der Methode der direkten Lithiumextraktion (DLE). Bis zu 100.000 Tonnen sollen so produziert werden.

Sie betonte, dass das Hauptprodukt, an dem YLB arbeitet, Lithiumkarbonat ist, dass aber auch die Gewinnung von Kaliumchlorid im Blick sei - einer auf dem Düngemittelmarkt sehr gefragten Verbindung. Das Produktionsvolumen dieser für die Landwirtschaft wichtigen Substanz beträgt bisher 70.000 Tonnen und soll bis Ende des Jahres 90.000 Tonnen erreichen.


URL des Artikels:
https://www.npla.de/thema/umwelt-wirtschaft/nachfrage-nach-bolivianischem-lithium-aus-asien-und-europa/


Der Text ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

*

Quelle:
poonal - Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen
Herausgeber: Nachrichtenpool Lateinamerika e.V.
Köpenicker Straße 187/188, 10997 Berlin
Telefon: 030/789 913 61
E-Mail: poonal@npla.de
Internet: http://www.npla.de

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 2. Januar 2024

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang