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MASSNAHMEN/283: Bäume statt Asphalt und Beton - Mit "0,5-Prozent-Initiative" zu mehr Hochwasserrückhalt in den Kommunen (BBU)


Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V.

Pressemitteilung, 08.01.2024

Bäume statt Asphalt und Beton - Mit "0,5-Prozent-Initiative" zu mehr Hochwasserrückhalt in den Kommunen


(Bonn, Freiburg, 08.01.2024): Im Hinblick auf das aktuelle Hochwasserdesaster in Niedersachsen nimmt der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) Stellung. Der bundesweit organisierte Verband fordert, dass durch die Revitalisierung der Auen entlang der Flüsse aus Hochwasser wieder Breitwasser gemacht werden müsse. Angesichts der Hochwasserkatastrophe von 1997 an der Oder mit 39 Todesopfern hatte der damalige *Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl (CDU) erklärt: "Wir müssen den Flüssen ihren Raum lassen. Sie holen ihn sich sonst - mit schlimmen Folgen für die betroffenen Menschen - zurück."

Umweltverbände hatten schon lange zuvor gefordert, dass man durch die Revitalisierung der Auen entlang der Flüsse aus Hochwasser wieder Breitwasser machen müsse. Bei jedem neuen Megahochwasser - wie 2002 an der Elbe, 2013 an der Donau und 2021 an Ahr, Erft und Wupper - war sich die Politik einig, dass dem Hochwasserrückhalt in der Fläche ein Vorrang eingeräumt werden müsse. Bis auf wenige Deichrückverlegungen und beispielhafte Projekte zur Revitalisierung von Flussauen ist aber in den letzten Jahrzehnten viel zu wenig passiert. Inzwischen wird in Fachkreisen die Notwendigkeit nicht nur von "Schwammstädten", sondern von ganzen "Schwammlandschaften" diskutiert - ebenfalls eine Forderung, die von Umweltverbänden seit mindestens zehn Jahren erhoben wird. Aber auch die Realisierung von "Schwammstädten" mit möglichst hoher Rückhaltekapazität für Regenwasser kommt aus der Nische nicht heraus. Um endlich in die Breite zu kommen, schlägt der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) deshalb vor, nach Schweizer Vorbild in den deutschen Kommunen "0,5-Prozent-Initiativen" ins Leben zu rufen. Es geht dabei darum, jährlich 0,5 Prozent des Straßenraums und der Parkplätze zu entsiegeln und mit Bäumen zu bepflanzen. Damit würde der Weg zur "Schwammstadt" verbindlich, quantifizierbar und messbar.

BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz erklärt: "In vielen deutschen Städten steht in den nächsten Jahren der Ausbau der Fern- und Nahwärmenetze an. Wenn deshalb die Straßenbeläge sowieso aufgerissen werden, können gleich im Anschluss zeit- und kostensparend in passenden Straßenabschnitten Bäume gepflanzt werden. Das wäre nicht nur ein Beitrag zur Realisierung des Schwammstadt-Konzeptes, sondern auch der längst fällige Beitrag zu mehr Klimaschutz, Stadtgrün, Verkehrswende, sauberer Luft, Abschattung und Kühlung sowie urbaner Artenvielfalt."


Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen.

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Quelle:
BBU-Pressemitteilung, 08.01.2024
Herausgeber:
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V.
Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn
Tel.: 0228/214032, Fax: 0228/214033
Email: BBU-Bonn@t-online.de
Internet: www.bbu-online.de
Facebook: www.facebook.com/BBU72

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 9. Januar 2024

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