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VERBAND/653: Naturschutz ist eine Erfolgsgeschichte - Der NABU wird 125 Jahre alt (NABU)


Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V. - Pressedienst, 31. Januar 2024

Naturschutz ist eine Erfolgsgeschichte

Der NABU, Deutschlands ältester und mitgliederstärkster Umweltverband wird 125 Jahre alt


Berlin - Am 1. Februar 2024 feiert der NABU sein 125-jähriges Bestehen. Die Frage ist berechtigt, ob es nach dieser langen Zeit immer noch eines organisierten Schutzes von Pflanzen, Lebewesen, Ökosystemen, unserer Lebensgrundlagen bedarf. Trotz aller Erfolge im Naturschutz könnte die Antwort nicht deutlicher ausfallen: Leider ja! Was 1899 mit dem Schutz einzelner Vögel begann, ist heute eine komplexe Aufgabe, die vor allem von Interessenkonflikten geprägt ist. 1899 legte Lina Hähnle in Baden-Württemberg mit Gründung des Bund für Vogelschutz (BfV) den Grundstein für den heutigen NABU. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger zur Bedeutung des Verbandes:

"Der Schutz unserer Lebensgrundlagen ist ein Triumph der Vernunft. In einer Welt, in der der Wunsch nach Wachstum und Profit unsere Wälder abholzt, Flüsse und Böden vergiftet und die Luft verpestet, erweisen sich die Ideale des Umweltschutzes stets als notwendiges Korrektiv. Dank der unermüdlichen Arbeit von Wissenschaft, engagierten Gruppen und den Naturschutzmacher*innen erfahren wir täglich mehr über die komplexen Zusammenhänge und die Bedrohung des Lebens auf unserem Planeten. Die Umsetzung dieses Wissens steht immer wieder im Konflikt mit anderen, meist wirtschaftlichen Interessen. Das erleben wir bei der Klimakrise, ebenso wie beim dramatischen Verlust der Natur. Deshalb ist die Arbeit des NABU auch nach 125 Jahren wichtiger denn je."

Die Geschichte des Verbandes ist von verschiedenen Namensänderungen begleitet. 1965 wird der BfV in "Deutscher Bund für Vogelschutz" (DBV) umbenannt und in Landesverbände untergliedert. Nach der deutschen Wiedervereinigung findet im Jahr 1990 der Zusammenschluss mit den in der ehemaligen DDR neu gegründeten Landesverbänden zum Naturschutzbund Deutschland (NABU) statt. Im Jahr 2007 erfolgt der vollständige Umzug der NABU-Bundesgeschäftsstelle von Bonn nach Berlin. Zur Geschichte des Verbandes gehören auch Krieg, Vertreibung und die Jahre des Nationalsozialismus. In dieser Zeit heißt der Verband Reichsbund für Vogelschutz. Rückblickend ist mit dieser Zeit die Unsicherheit verbunden, ob der Verband immer auf der richtigen Seite der Geschichte stand. Daher wurde aktuell auch die Rolle von Lina Hähnle als Gründerin und langjährige Vorsitzende in einem umfassenden Gutachten kritisch hinterfragt. Sie habe demnach versucht, auch in diesen schwierigen Zeiten den Anstand zu wahren. Damals wie heute stellt sich die Frage, welche gesellschaftliche Verantwortung der Verband hat und wie diese wahrgenommen werden kann. Dazu Jörg-Andreas Krüger:

"Als NABU können und wollen wir nicht schweigen, wenn unser demokratisch legitimierter Rechtsstaat angegriffen wird. Unsere eigene Geschichte zeigt, wie eng unser Schutzanliegen und unsere Rolle in der Gesellschaft zusammenhängen. Wir wären nicht glaubwürdig, wenn wir uns einerseits für den Schutz der natürlichen Vielfalt einsetzen, andererseits aber Angriffe auf die gesellschaftliche Vielfalt hinnehmen würden. Es gehört zu unserem Selbstverständnis, Verantwortung zu übernehmen - für die Natur, aber auch für eine offene und an den Menschenrechten orientierte Gesellschaft. Diese Werte sind die Grundlage unseres Handelns und sie sind der Maßstab, an dem wir andere messen. Das galt damals und das gilt heute in unserem Jubiläumsjahr."

Weitere Informationen zur Geschichte
https://www.nabu.de/125jahre

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Quelle:
NABU Pressedienst, 31.01.2024
Herausgeber:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Pressestelle
Charitéstraße 3, 10117 Berlin
E-Mail: presse@NABU.de
Internet: www.NABU.de

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 2. Februar 2024

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