Schattenblick → INFOPOOL → UMWELT → LANDWIRTSCHAFT


EUROPA/500: GAP-Pläne der EU-Kommission - Bumerang-Politik auf Kosten von Landwirtschaft, Klimaschutz und Natur (WWF)


WWF Deutschland - 15. März 2024

Pressestatement: GAP-Pläne der EU-Kommission

Bumerang-Politik auf Kosten von Landwirtschaft, Klimaschutz und Natur


Berlin/Brüssel, 15.03.2024: Diese Woche sind weitere Vorschläge der EU-Kommission bekannt geworden, mit denen sie die Gemeinsam Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union "entbürokratisieren" möchte. Die Vorschläge beinhalten weitere Verwässerungen ökologischer Mindeststandards, die bisher Grundvoraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln im Rahmen der sogenannten Konditionalität sind. Dazu sagt WWF-Landwirtschaftsreferent Michael Berger:

"Die Europäische Kommission handelt blind und entgegen der wissenschaftlichen Fakten. Die Erleichterungen bei Umweltmaßnahmen werden Landwirtinnen und Landwirte vielleicht kurzfristig ruhigstellen. Bis sie merken, dass ihre eigentlichen Probleme damit nicht gelöst sind, sondern nur noch größer werden. Die Preise werden dadurch nicht fairer, die Böden nicht gesünder, die klimabedingten Ernteausfälle nicht weniger. Das ist Bumerang-Politik auf Kosten von Landwirtschaft, Klimaschutz und Natur.

Am Montag warnte die Europäische Umweltagentur davor, dass der Klimanotstand die Lebensmittel- und Wassersicherheit gefährden wird. Sie fügte hinzu, dass die GAP dem Klimanotstand nicht angemessen begegnet und dass die Risiken für die Pflanzenproduktion in Südeuropa bereits ein kritisches Niveau erreicht haben. Wer angesichts dessen die Axt anlegt an Maßnahmen zum Erhalt von Dauergrünland, zum Erosionsschutz, zur Bodenbedeckung in sensiblen Zeiten oder zur Fruchtfolge, der spielt mit der Zukunft vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Europa.

Landwirtinnen und Landwirte in Europa fordern zu Recht faire Preise, weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit. Sie benötigen eine Landwirtschaftspolitik, die es ihnen ermöglicht, mit nachhaltig erzeugten Lebensmitteln ein gutes Einkommen zu erzielen, keine überstürzten Maßnahmen ohne Folgenabschätzung."

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite des WWF EPO, Brüssel.
https://www.wwf.eu/?13195966/EU-should-tackle-unfair-prices-not-CAP-environmental-measuresopinion-poll

*

Quelle:
WWF Pressestatement, 15.03.2024
Herausgeber: WWF Deutschland
Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin
Tel.: 030 311 777 - 0, Fax: 030 311 777 - 603
E-Mail: info@wwf.de
Internet: www.wwf.de

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 15. März 2024

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang