Schattenblick → INFOPOOL → UNTERHALTUNG → PERRY-RHODAN


ERSTAUFLAGE/1131: Inhaltliche Zusammenfassung von Nr. 3263 (SB)


Michael Marcus Thurner

Sternensand

Perry-Rhodan-Heft Nr. 3263


Zwischen Milchstraße (31. Oktober 2097 NGZ) und der Galaxis Wolf-Lundmark-Melotte (WLM), Passalsystem, Falund (Juni 2098 NGZ)

Eine weitere Expedition, eines der verschollenen ES-Fragmente aufzuspüren, startet am 31. Oktober 2097 NGZ mit der THORA Richtung Galaxis Wolf-Lundmark-Melotte, die drei Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt liegt. Der von Holger Bendisson als Kommandant geleitete Flug wird mehr als sechs Monate dauern. Gucky will als Expeditionsleiter in WLM einen Stützpunkt eröffnen, von wo aus die Suche nach dem ES-Fragment koordiniert werden kann. Mit von der Partie sind die drei Haluter Bouner Haad, Kro Ganren und Madru Bem, sowie die TLD-Agentin Suyemi Taeb.

Die THORA wird von acht Schiffen begleitet - und einem Posbi-Raumer. Da in der WLM-Galaxis eine BOX der Posbis verschollen ist, hat die Hundertsonnenwelt eine Gesandte geschickt. Zu Aurelia Binas großem Befremden handelt es sich um eine weitere Posmi namens Diva Wintersturm - einen nüchternen Roboter ohne menschliche Züge. Niemand weiß, ob der Verlust des Posbi-Raumers der wahre Grund für die Teilnahme der Posmi ist, was aber sein könnte, da auch die Haluter drei ihrer Schiffe vermissen, die aus diesem Sektor nicht zurückgekehrt sind.

Suyemi Taeb hat vor allem die Aufgabe, mögliche Mitglieder des Clubs der Lichtträger aufzuspüren, die die Expedition unterwandern könnten. Sie leidet noch unter dem Tod ihres Freundes Sascha Liebkind, der von Lichtträgern ermordet worden ist. Mehrere Wochen nach dem Start fühlt sie sich an Bord immer noch nicht wohl und kann mit der langen Untätigkeit schlecht umgehen. Ihre Gedanken bewegen sich immer im Kreis, was sogar Gucky beunruhigt. Ihr ruheloses Umherstreifen weckt beim Bordrechner TOIO den Verdacht, sie könnte mittlerweile selbst zu einem Mitglied der Lichtträger umgedreht worden sein. Deshalb wird sie von Holger Bendisson mit diesem Verdacht konfrontiert und aufgefordert, sich eingehend untersuchen zu lassen. Sie ist dazu bereit, unter der Bedingung, dass sie - wenn sich ihre Unschuld herausgestellt hat - bei ihrer Suche nach Verdächtigen freie Hand erhält.

Die Untersuchungen entlasten Suyemi Taeb, woraufhin Holger Bendisson einen sehr vertraulichen Umgang mit ihr pflegt, der es ihr erlaubt, so viele Besatzungsmitglieder wie möglich kennenzulernen. So kann sie besser abschätzen, wer ein Lichtträger sein könnte. Sie verdächtigt drei Wissenschaftler, die eine ungewöhnlich saubere Vita aufweisen. Es handelt sich um den Xenotechnik-Analysten Goumar Einhard, die Materialforscherin Ada Amaxl und den Ferronen Venevér, der eine Koryphäe auf gleich mehreren Fachgebieten ist. Um sie im Auge behalten zu können, will Taeb sie bei der Ankunft in WLM am 19. Juni 2098 NGZ auf eine Expedition in die sogenannte Stummzone mitnehmen. Dort sind laut der Informationen der Haluter die drei Schiffe ihrer Artgenossen verschwunden.

Ausgeschickte Sonden haben ermittelt, dass diese Raumkugel achtzehn Sterne aufweist. Nur das Passalsystem trägt einen Planeten, auf dem Leben existiert. Merkwürdigerweise ist dies auf einen einzigen Ort konzentriert - eine Art Stadt, die sich in der Nähe von drei runden und einer kubusartigen, von üppigem Grün überwucherten Erhöhungen befindet. Hier leben 150.000 Personen - neben Abkömmlingen von Terranern, Akonen und Arkoniden einige intelligente, wohl in WLM heimische Echsenwesen. Aber auch Kristallgeschöpfe, in deren Innerem energetische Vorgänge zu Leuchteffekten führen.

Das Einsatzteam wechselt von der THORA auf den OLYMP-Raumer PHAIO und fliegt eine energetisch tote Orbitalstation an. Sie scheint uralt zu sein und weist deutliche Zeichen von Beschädigungen auf. Es sieht so aus, als wäre die Station von Innen heraus verrostet, was unmöglich ist, da es keine Atmosphäre gibt. Alles ist von schwarzem Kristallstaub bedeckt. Gucky erinnert dieser Staub an einen Bericht des USO-Chefs Monkey, der von der Übernahme der akonischen Forschungsstation Omex-7 durch ein mächtiges Wesen namens Kmossen handelte. Die Beeinflussung der akonischen Wissenschaftler erfolgte durch schwarzen Kristallstaub, der ihre Haut bedeckte.

Die Wissenschaftler finden heraus, dass der Staub hier nicht nur kristallin ist. Es handelt sich um winzige Bruchstücke anderer Materialien, die von noch kleineren Kristallen umhüllt sind. Um der Herkunft dieser Kristalle auf den Grund zu gehen, fliegt die PHAIO den Planeten Falund offen an und umrundet ihn vor der Landung zweimal, damit jeder das Schiff sehen kann. Dennoch weckt das nicht viel Aufmerksamkeit.

In der einzigen Siedlung kommen nur simple Fortbewegungsmittel zum Einsatz, obwohl hier Nachkommen zahlreicher hochtechnisierter Milchstraßenvölker leben. Als das Schiff auf dem Raumhafen aufsetzt, stellt man fest, dass der auch hier vorhandene schwarze Sternensand eigenen physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu unterliegen scheint. Wenn er scheinbar aufwirbelt, landen seine Körnchen wieder exakt am selben Ort, so als würde er von außen gesteuert.

Diva Wintersturm analysiert den Sternensand in ihrem Innern, braucht dafür aber etliche Stunden. Das einzige, was sie schon sagen kann, ist, dass der Staub selber natürlichen Ursprungs ist und als Basis für einen mikroskopisch kleinen technischen Aufbau genutzt wird, bei dem es sich möglicherweise um Nanoroboter handelt.

Gucky beschließt, der Stadt einen Besuch abzustatten, um herauszufinden, was es mit dem Sternensand auf sich hat. Hinter einem Deflektor verborgen, espert er die Gedanken der Bewohner und stutzt, da ihre durchaus vorhandene Freude über den seltenen Besuch hinter einer Wolke von Lethargie und Resignation fast verschwindet. Ein klappriges Gefährt nähert sich, dem ein alter Mann namens Loco Straaten entsteigt. Er nennt sich 'der Empfänger', obwohl er in den letzten fünfzig Jahren niemanden mehr empfangen hat. Er will von den Besuchern wissen, ob sie vom Commonwealth kämen und die Isolation Falunds endlich beendet sei. Als man dies verneint, ist er sehr enttäuscht, aber dennoch bereit ein paar Fragen zu beantworten. Die Stadt hat keine Regierung, Probleme lösen die Bewohner untereinander. Loco Straaten verweist die Besucher an Barun Jannerwin, der der älteste Bewohner der Stadt sein soll. Dieser handele mit Wissen, werde aber auch 'Barun, der Lügner' genannt. Er sei ein gemeiner Kerl, der nur deshalb Besitzer des einzigen Gasthauses sei, weil er alle anderen vertrieben habe.

Das Team sucht den Mann auf. Er berichtet gegen entsprechende Bezahlung, dass nach der Erhöhung der Hyperimpedanz in der Galaxis seltsame Artefakte aufgetaucht seien. Die meisten seien nutzlos oder dysfunktional gewesen, aber einige auch sehr gefährlich. Zu letzteren gehöre der schwarze Sternensand, der alle Technik vernichtet habe. Hochqualifizierte Legierungen oder Plastikelemente zerbröseln einfach zu Staub und werden vom Sternensand neutralisiert. Auch neu entwickelte Gerätschaften versagen nach kurzer Zeit. Die Bewohner könnten nur primitive Mittel nutzen. Alles, was man dagegen unternehme, wäre zum Scheitern verurteilt. Deshalb seien die Bewohner so desillusioniert. Viele würden nur noch vor sich hinvegetieren und sprächen kaum noch miteinander. Von der Sternenassoziation der Hayelen, die als solitäre Ordnungsmacht gilt, sei eine Quarantäne ausgerufen worden, weshalb auch keine Hilfe von außen kommen könne. Nach dem Hinweis, dass sich auf dem Planeten Goroldoa im äußeren Zentrumsbereich der Galaxis eine wegen des Sternensandes nicht mehr geöffnete Station der Kosmischen Hanse befinden soll, verweist Barun die Gäste auf das Hohe Land, wo sie eventuell Antworten auf ihre Fragen fänden.

Das Hohe Land ist der Bereich, in dem die vier überwucherten Raumschiffswracks liegen. Gucky teleportiert mit Bouner Haad, der über die Parafähigkeit verfügt, feste Materie zu durchdringen, in eines von ihnen. Es scheint die TONUM zu sein, der verschollene Raumer des Haluters Bessen Quar. Im Innern treffen die beiden auf verschieden starke Anhäufungen von Sternensand. Der Funkkontakt zu den anderen außerhalb des Wracks ist abgebrochen und Guckys Versuch wieder hinauszuteleportieren scheitert und bereitet ihm enorme Schmerzen. Er ist zu schwach, es ein weiteres Mal zu probieren. Auch Bouner Haad spürt eine unnatürliche Schwäche. Dennoch gelingt es ihm, mit Gucky die von Sternensand bedeckte Raumschiffswand nach draußen zu durchdringen.

Gucky befiehlt, sämtliche Waffen einzusetzen und mit Punktbeschuss ein Loch zu erzeugen, durch das man das Wrack betreten kann. Die Dicke der Sternensandschicht lässt sich so tatsächlich reduzieren. Da Gucky zu schwach ist, erkundet Taeb mit den Wissenschaftlern, den Halutern und einem Daniel-Roboter das Innere. Der Roboter kommt zu dem Schluss, dass das Schiff mehrere tausend Jahre alt sei. Das kann aber nicht sein, da Bessen Quar erst vor sieben Jahren startete und das Schiff höchstens einige hundert Jahre alt ist. Venevér findet eine besonders dichte Ansammlung des Sandes, die einen Kokon umhüllt. Mit konzentriertem Beschuss kann der Kokon freigelegt werden. Im Innern befindet sich Bessen Quar - vollkommen mumifiziert, als sei er schon seit Ewigkeiten tot.

Taeb befiehlt sofort den Rückzug. Doch bevor sie an Bord der PHAIO zurückkehren können, meldet sich dessen barnitischer Kommandant Harbo-A2. Es gibt mehrere Ausfälle an Bord. Offenbar ist man mit der Sternensand-Probe, die man von der Raumstation aufs Schiff gebracht hat, nicht vorsichtig genug umgegangen. Nun breitet er sich überall aus und zerstört das Schiff von innen. Es bleibt nichts anderes übrig, als es aufzugeben und die Mannschaft zu evakuieren. Doch auch etliche SERUNS versagen.

Am Ende macht Gucky einmal mehr seinem Ruf als Retter des Universums alle Ehre, auch wenn es sich diesmal "nur" um die vierzigköpfige Besatzung der PHAIO handelt, die der schwer angeschlagene Ilt vollständig aus dem sich auflösenden Raumschiff evakuiert. Als er selbst völlig erschöpft und orientierungslos im All treibt, ist es Goumar Einhard, einer der Hauptverdächtigen von Suyemi Taeb, der ihn in allerletzter Sekunde rettet, weil er als einziger aufmerksam genug ist, die bedrohliche Lage des Mausbibers zu erkennen.

Die EUDORA kommt zu Hilfe. Unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen nimmt sie die im All schwebenden Mitglieder der PHAIO-Besatzung auf, deren Schiff auf Befehl seines Kommandanten in die Sonne Passal fliegt.

Die Posmi Diva Wintersturm ist die Einzige, die nun überhaupt noch über eine Probe des Sternensands verfügt, die sie immer noch analysiert. Sie hat sich vorsichtshalber im Konverterfeuer gereinigt und danach total isoliert. Von ihr könne keine Bedrohung ausgehen, sagt sie. Sollte es dennoch Anzeigen einer Gefahr geben, die von ihr ausgehe, soll man sie sofort zerstrahlen.

Wieder zurück auf der THORA setzt Holger Bendisson einen Kurs Richtung Goroldoa, wo sich das letzte Kontor der Kosmischen Hanse befinden soll.

12. März 2024


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang