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ERSTAUFLAGE/1132: Inhaltliche Zusammenfassung von Nr. 3264 (SB)


Michael Marcus Thurner

Prophanie

Perry-Rhodan-Heft Nr. 3264


Galaxis Wolf-Lundmark-Melotte (WLM), Nasarwansystem, Goroldoa, Juni 2098 NGZ

Die THORA ist unterwegs nach Goroldoa, dem dritten Planeten des Nasarwansystems. Dort befindet sich ein Kontor der Kosmischen Hanse, ein wirtschaftliches Relikt der einstmaligen Dominanz der Terraner in der Milchstraße und in anderen Galaxien. Dieses weit verzweigte Handelsimperium hatte sich vor der Erhöhung der Hyperimpedanz von Terra aus in alle Richtungen ausgebreitet und auch in der Galaxis Wolf-Lundmark-Melotte Fuß gefasst. Inzwischen herrscht dort allerdings die Sternenassoziation Haye, die von Echsenartigen gebildet wird.

Es besteht ein starker Andrang auf das Nasarwansystem, da eine Festivität ansteht - die Prophanie. Hochgestellte und betuchte Akonen, Arkoniden und Gäste aus dem Commonwealth, in dem Terraner und Tefroder leben, werden empfangen. Aber auch insektoide, schlangenförmige und schildkrötenartige Wesen. Die Prophanie, von deren Ablauf man nichts weiß, weil es keine Aufzeichnungen gibt und die letzte so weit zurückliegt, dass keine Zeugen mehr leben, soll in der Stadt Jaasyd stattfinden. Um auf dem Raumhafen landen zu dürfen, braucht man eine Partizipitätslizenz, die Fremden nicht so ohne weiteres erteilt wird. Weil die THORA nicht einfach landen kann, fliegt die EUDORA im Schutz der Laurin-Antiortung in das System ein - auf der Suche nach einem Schiff mit Landelizenz, auf das ein Einsatzteam heimlich überwechseln kann. Die Posmi Wintersturm besteht darauf, mitzukommen. Da sie aber immer noch den Sternensand in sich trägt, dessen Analyse noch läuft, lehnt Gucky das ab. Erst als sie bereit ist, die Probe in die Obhut zweier Zain-Konstrukte in BOX-29 zu geben, ist Gucky damit einverstanden.

Das Einsatzteam besteht nun neben Gucky aus Suyemi Taeb, Bouner Haad, Diva Wintersturm und den beiden Wissenschaftlern Venevér und Goumar Einhard. Gucky teleportiert mit ihnen auf das arkonidische Schiff SIHUNDAS I, dessen hochadliger Eigner, der Hohe Botschafter Bunon da Ortova, gerade die Lizenz erhalten hat. Da man aber immer noch etliche Stunden warten muss, veranstaltet er an Bord einen Maskenball, an dem Suyemi Taeb mit Wintersturm als Begleitroboter und Venevér und Einhard als Paar teilnehmen wollen, um Informationen zur Prophanie zu sammeln.

Bei dem Fest wird Suyemi allerdings enttarnt, aber der arkonidische Baron ist nicht nachtragend, er freundet sich mit Taeb an und ist sogar bereit, sie und ihre Begleiter auf den Planeten mitzunehmen, wenn er im Gegenzug aktuelle Informationen aus der Milchstraße erhält.

Bei der Prophanie, die in zwei Tagen stattfindet, soll es sich um eine Art Prophezeiung handeln, die das Schicksal der ganzen Galaxis bestimmen könnte. Da die letzte schon sehr lange zurückliegt, ist der Andrang der Besucher entsprechend groß. Aber es gibt auch andere Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel den Kenotaphen Eins, bei dem es sich um ein Scheingrab handelt. Scheingräber, von denen es noch zwei weitere auf Goroldoa gibt, werden zu Ehren von bedeutsamen Gefallenen errichtet, ohne dass die Gebeine der Helden darin tatsächlich bestattet wurden.

Das Einsatzteam schaut sich die Stadt und den Kenotaph von Jaasyd an, bei dem es sich um ein riesiges Bein handelt. In neunzig Meter Höhe erlauben tropfenförmige Öffnungen im Knie einen Blick ins Innere, in dem ein ganzes Netzwerk aus schwarzen Tauen und Seilen aufgespannt ist. Gucky empfindet eine von dem Bauwerk ausgehende untergründige Strömung, die er nicht näher beschreiben kann. Es zieht ihn an und scheint sich an seinen telepathischen Kräften zu laben, weist ihn aber gleichzeitig ab, als würde Gucky gegen ein Antipsifeld stoßen.

Zu Ehren der Prophanie findet vor dem Kenotaph ein Volksfest statt, bei dem auch Okka Amuniel, die berühmteste Sängerin der Galaxis, auftritt. Alle anwesenden Individuen empfinden ihr gegenüber Hochachtung und Bewunderung - ein Assassine hat jedoch den Auftrag, sie zu töten.

Das Team findet das Kontor der Kosmischen Hanse und macht sich mit der dort arbeitenden Moria Armstrong und ihrem wissenschaftlichen Assistenten Alan Raskin bekannt. Die beiden Terraner sind begeistert, Menschen aus der Milchstraße zu begegnen - und das auch noch kurz vor der Prophanie. Die Terraner in WLM haben bereits seit vielen Jahrhunderten keinen Kontakt mehr zu ihrer Heimatwelt. Die beiden untersuchen die Kenotaphe schon sehr lange. Erst jetzt, kurz vor der Prophanie ist es ihnen gelungen, Aktivitäten anzumessen, die von den Bauwerken ausgehen und wie Vorzeichen anmuten, die auf stärkere Veränderungen hinweisen. Diese Priorsignale treten in Form von sich wiederholenden kurzen Sequenzen schwacher Hypersignale auf, besitzen aber nur eine geringe Reichweite. Die an- und abschwellenden Hypersignale bilden eine Art Melodie, die nach und nach an Präzision gewinnt. Anhand der Sequenz kann man errechnen, wann die Prophanie genau stattfinden wird.

Als Gucky den beiden Terranern erzählt, dass er und sein Team auf der Suche nach dem ES-Fragment sind, berichten sie, dass alle Terranisch- oder Tefrodischstämmigen seit ungefähr zehn Jahren ein besonderes Gefühl empfinden. Sie spüren, dass etwas Unerklärliches vor sich geht. Manchmal verschwinden Leute, einige für immer, einige tauchen wieder auf und setzen ihr Leben fort, als sei nichts geschehen.

Am darauffolgenden Tag setzt sich Diva Wintersturm sehr zum Missfallen von Suyemi Taeb vom Team ab. Sie hat keine Ahnung, was die Posmi eigentlich vorhat und warum sie unbedingt bei der Prophanie dabeisein will.

Am Tag darauf versammelt sich das ganze Volk beim Kenotaph. Als die Sängerin Okka Amuniel erscheint, ist Gucky schockiert. Sie ist ein Kompositprodukt. In einem robotisch-androiden Konstrukt wurden zwei Gehirne untergebracht - das der Terranerin Okka und das andere der Tanamahidin Amuniel. Niemand kennt die wahre Gestalt der Tanamahiden, die dafür bekannt sind, Künstler hervorzubringen. Wenn sie sich in der Öffentlichkeit zeigen, erfolgt dies immer in robotisch-androiden Hüllen, die ihre Gehirne beherbergen. Okka Amuniel besitzt allerdings zusätzlich das der Terranerin Okka. Der vordere Teil ihres Kopfes sowie ihr Stimmapparat, der lediglich mechanisch erweitert wurde, sind menschlich.

Ihr wunderschöner Gesang hat eine hypnotische Wirkung auf Gucky. Eine schwache Parakraft verleitet dazu, ihm mit Hingabe zu folgen, denn er weckt archaische Erinnerungen, die in den Genen der meisten Wesen verankert sind. Für Gucky zaubert er die dunklen Höhlen seiner Heimatwelt Tramp herbei. Eine lustvolle Freude aufs Leben ergreift die Zuhörer, die von einer schrecklichen Mordtat hinweggefegt wird. Der schildkrötenartige Thourine namens Danou Shinshid erschießt Okka Amuniel - eine Tat, die wegen der galaxisweiten Beliebtheit der Sängerin einen politischen Flächenbrand auslösen kann, in dem es zu gegenseitigen Schuldzuweisungen kommt, die sogar in Krieg ausarten können.

Als ein Beiboot der SIHUNDAS I sich nähert und Schiffe der Hayelen abschießt, bricht endgültig Panik aus. Unter den zu Boden fallenden Trümmern sterben etliche Besucher des Festes. Suyemi Taeb entgeht nur knapp dem Tod, weil Goumar Einhard sie aus der Gefahrenzone zerrt und dabei selbst schwer verletzt wird. Taeb ruft einen Sanitäter für ihn und schließt sich dann Gucky an, der den Attentäter verfolgt. Gucky espert, dass Bunon da Ortova nicht in die Geschehnisse verwickelt ist. Der Botschafter ist selbst schockiert darüber, dass ein Beiboot seines Schiffes offenbar unter fremder Herrschaft steht.

Als der Attentäter in der SIHUNDAS I Zuflucht vor seinen Verfolgern sucht, teleportiert Gucky mit Taeb an ihm vorbei ebenfalls in das Schiff. Dabei merkt er, dass Danou Shinshid parabegabt ist. Er kann Guckys Gaben abblocken. Tatsächlich materialisiert der Ilt an einem anderen als dem anvisierten Ort - aber immerhin im Schiff. Prompt wird der Schutzschirm wieder aktiviert, so dass Gucky nicht mehr hinausteleportieren kann. Als Gucky nach den Gedanken des Attentäters espert, erfährt er, dass dieser im Auftrag eines Wesens namens Adjunkt Rapach gehandelt hat, dem Anführer der sogenannten Schattengarde.

Die arkonidische Besatzung ist von Vrochonen, den Hilfskräften Kmossens, paralysiert worden. Gucky kann mit Hilfe seines SERUNS fünf Arkoniden wecken. Mit bordeigenen Mitteln wecken diese dann auch die anderen und den Kommandanten Quetian da Tanushé. Der erklärt, dass ausgerechnet zwei der engsten Vertrauten des Botschafters Verräter seien, die die Vrochonen an Bord gelassen hätten. Gemeinsam wird nun gegen die Handlanger Kmossens gekämpft, die sich auf ein Beiboot zurückziehen und damit aus dem Nasarwansystem fliehen. Es gelingt allerdings von der THORA aus, ihnen eine Linearraumsonde hinterherzuschicken, um herauszufinden, wohin sie sich wenden.

Goumar Einhard liegt im Sterben und gibt Suyemi Taeb gegenüber zu, zum Club der Lichtträger zu gehören. Er hatte den Auftrag, die Agentin zu beschützen und für den Club zu gewinnen. Die Schattengarde sei ihm nicht unbekannt. Sie sei gefährlich. Wenn sie zum Einsatz käme, stünden dunkle Zeiten bevor, denn sie greife erst dann ein, wenn die Lichtträger versagen.

Als schon niemand mehr damit gerechnet hat, setzt plötzlich die Prophanie ein, die tiefe Emotionen von Geburt und Sterben zugleich weckt und sich nicht in Bildern festhalten lässt. Sie erfüllt alle Anwesenden mit Trost, Frieden, Erfüllung und Sehnsucht. Da die Kenotaphe danach immer noch Priorsignale aussenden, ist davon auszugehen, dass in frühestens zwei, spätestens sechs Monaten eine weitere Prophanie stattfindet, die vermutlich etwas Außergewöhnliches mit sich bringen wird.

Die THORA verlässt das Nasarwansystem und wendet sich dem Irkallasystem zu, wo laut der zurückgekehrten Linearraumsonde die Vrochonen den Planeten Inferno anfliegen. Auf ihm existiert eine tödliche Pflanzen- und Tierwelt, wie Moria Armstrong erläutert, die den Flug mitmacht, nachdem sie das Kontor an Alan Raskin übergeben hat.

15. März 2024


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